Arvato Systems behält zentrale Rolle bei elektronischer Gesundheitskarte

Elektronische Gesundheitskarte: Vertrag mit Arvato Systems verlängert

Die Gematik hat kurz vor der Online-Anbindung von Praxen und Krankenhäusern den Kontrakt mit Arvato Systems verlängert. Die Bertelsmann-Tochter wird darüber hinaus eine bedeutende Rolle bei der elektronischen Gesundheitskarte einnehmen und den Stammdaten-Abgleich der Versichertendaten übernehmen.


Dies gab Arvato nunmehr bekannt. Damit wird nicht nur der Testbetrieb der Online-Anbindung mit dem Stammdaten-Abgleich der Versichertendaten, vielmehr der gesamte Rollout der Online-Anbindung von Praxen & Krankenhäuser über die Rechenzentren von Arvato abgewickelt. "Der beginnende bundesweite Rollout ist ein weiterer Schritt der Digitalisierung die ebenfalls das Gesundheitswesen weiter positiv verändern wird", heißt es bei Arvato.


Zentrale Rolle von Arvato


Arvato Systems, Tochtergesellschaft des durchaus profitablen Bertelsmann-Konzerns, wird mit der Vertragsverlängerung eine zentrale Rolle im Aufbau der Vernetzung aller medizinischen IT-Systeme übernehmen und das Schaltglied zwischen den elektronischen Gesundheitskarten (eGK) der Versicherten und den IT-Strukturen der gesetzlichen Krankenkassen sein (die privaten sind anno 2010 ausgestiegen und zieren sich zu dieser Zeit). Bei den gesetzlichen Kassen haben sich dafür die Mühen verdoppelt, allen Versicherten eine eGK der neuesten 2.Generation (ersichtlich am G2 oben links) zukommen zu lassen. Allein diese Karten mit den vom Bundesamt für Sicherheitstechnik geforderten besseren Krypto-Algorithmen dürfen ab dem 4. Quartal 2017 in Praxen & Krankenhäusern eingelesen werden.


Der Vertragsabschluss zwischen der Projektgesellschaft Gematik und Arvato Systems fällt in die Zeit der letzten Amtshandlungen des Gesundheitsministers Hermann Gröhe (CDU) vor der anstehenden Bundestagswahl. Gröhe der Defizite im Vollzug der Digitalisierung des Gesundheitswesens durchaus einräumt, könnte nach der Logik der Postenverteilung sein Amt an einen FDP-Minister einbüßen, wenn es zu einer schwarz-gelben oder einer Jamaika-Koalition kommt. Zuletzt besetzte die FDP das Ministerium mit Philipp Rösler und Daniel Bahr.


Technik lässt auf sich warten


Unabhängig von allen Vertragsabschlüssen und politischen Überlegungen kommt die Nutzung der elektronischen Gesundheitskarte innerhalb der telematischen Infrastruktur kaum voran. Nach aktueller Information gibt es keine zugelassenen VPN-Konnektoren für Praxen wie für Krankenhäuser. Ohne diese Konnektoren ist keine Online-Verbindung und die angestrebte Online-Prüfung der Versicherten-Stammdaten möglich. Die Industrie verteidigt sich mit dem Hinweis – dass die Projektgesellschaft Gematik noch im Juni die Spezifikationen änderte und die Prüfung durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik seine Zeit benötigt. Deshalb bietet die Gematik für die Anbieter von Praxis- und Krankenhaus-Verwaltungssystemen einen Konnektor-Simulator an.


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