Die Firma Movidius die zu Intel gehört, verkauft einen USB-Stick mit einem integrierten Kombiprozessor. Dieser Stick soll schnell genug sein – um die Bilderkennung von Maschinen zu ermöglichen.
Der Movidius Neural Compute Stick wird über USB mit dem Rechner verbunden, über USB-Hubs lässt sich eine Vielzahl dieser Sticks zum gemeinsamen Rechnen heranziehen. Der Stick kostet 80 US-Dollar zuzüglich Steuern und ist zunächst in den Vereinigten Staaten erhältlich.
Winzling: Myriad-2-VPU
Bild: Intel/DJI
1-Watt-Rechner
Bei einem Verbrauch von rund einem Watt erreicht die Myriad 2 Visual Processing Unit laut Intel eine Rechenleistung von 100 Gigaflops bei halber Genauigkeit (FP16, Half Precision). Neuronale Netzwerke sollen sich mit dem Stick ausführen lassen; er taugt zwar fürs Inferencing, aufgrund der im Vergleich zu GPUs geringen Rechenleistung jedoch nicht fürs Trainieren. Dafür braucht man weiterhin eine leistungsfähige Grafikkarte mit aktueller GPU. Der Movidius Neural Compute Stick unterstützt das Caffe-Framework, von Tensorflow & Co ist allerdings nicht die Rede. Besonders gut geeignet sein soll die im Stick integrierte Hardware für Machine Vision die in der Praxis etwa zur Erkennung von Gesichtern oder Objekten in der Umwelt eingesetzt wird.
VLIW: Very Long Instruction Word
Der Myriad-2-SoC enthält 12 VLIW-128-Bit-Vektorprozessoren die bei einer Kernspannung von 0⸴9 Volt mit einer Taktfrequenz von 600 MHz laufen. Der 2 MByte große On-Chip-Speicher weist eine Transferrate von 400 GByte/s auf. Der Myriad 2 unterstützt FP16- und FP32-Operationen und ebenfalls Integer-Operationen mit 8⸴16 und 32 Bit Genauigkeit. Intern ist der Prozessor auf 20 Power-Inseln aufgeteilt die sich je nach Last einzeln abschalten lassen ? so will Movidius eine hohe Effizienz erreichen. Gefertigt ist der Myriad 2 im 28-Nanometer-Prozess (HPC).
Movidius ist eine auf Machine Vision ausgerichtete Firma die von Intel im September 2016 übernommen wurde. Der Firmensitz ist in Kalifornien – Niederlassungen existieren in Irland & Rumänien. Movidius-Technik wird etwa bei der Drohne Phantom 4 von DJI eingesetzt die dadurch Hindernisse automatisch erkennen und ihnen ausweichen soll.
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