Deutscher Ärztetag warnt vor Risiken einer zentralisierten Speicherung von Patientendaten

Nach WannaCry: Deutscher Ärztetag warnt vor Risiken in einem totalvernetzten Gesundheitswesen

Der Deutsche Ärztetag hat nach dem WannaCry-Vorfall davor gewarnt, dass eine zentralisierte Speicherung von Patientendaten in der Cloud zu riskant sei. Stattdessen sollten moderne und dezentrale Punkt-zu-Punkt-Kommunikationswege im Gesundheitswesen unter höchsten Datenschutzkriterien bevorzugt werden.


Cyberangriffe auf Kliniken & Praxen gefährdeten die Sicherheit der Patienten, heißt es in einer Benachrichtigung. Die Medizindaten der Bürger sollten geschützt werden, indem sie dezentral bei den Ärzten und Patienten gespeichert werden und nicht maßgeblich in der Cloud.


Schweigepflicht verpflichtet zum Datenschutz


"Patientendaten unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht. Daher fühlen wir Ärzte uns in besonderem Maße dafür verantwortlich, für ihren Schutz einzutreten", sagte Silke Lüder, Vizevorsitzende der Freien Ärzteschaft in Freiburg.


Der Kryptotrojaner WannaCry trat vor knapp zwei Wochen unter anderem zuerst dadurch in Erscheinung, dass in England zahlreiche Krankenhäuser lahmgelegt wurden. Dabei wurden offenbar keine Daten abgegriffen » allgemein wurde aber offensichtlich « wie anfällig die dortige IT ist.


Kritik an der elektronischen Gesundheitskarte


Der Deutsche Ärztetag drängt nunmehr auf eine "moderne und dezentrale Punkt-zu-Punkt-Kommunikation im Gesundheitswesen unter höchsten Datenschutzkriterien". Auch fordert der Ärztetag, den ab 1. Juli 2017 geplanten Online-Rollout der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) so lange auszusetzen, bis nachgewiesen ist. Dass Abläufe in Arztpraxen & Klinken nicht gestört werden und, dass der Datenschutz gewährleistet ist.


Bislang lägen keine Ergebnisse von Tests des Versichertenstammdatenmanagements mit der eGK vor, heißt es in der Mitteilung. Dennoch müssten sich die Arztpraxen laut E-Health-Gesetz an die Telematikinfrastruktur der Krankenkassen anschließen. Andernfalls drohten ihnen finanzielle Sanktionen. Auch wurde kritisiert: Die Krankenkassen bei Output der Versichertenkarten nicht geprüft hätten, ob Foto, Daten und Person übereinstimmen.


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