Umweltfreundliches Rechenzentrum in Bergwerk bei Nordfjord

Das Lefdal Mine Datacenter befindet sich in einem Bergwerk am Nordfjord und nutzt ausschließlich erneuerbare Energien zur Versorgung seiner Server. Zusätzlich wird das Meerwasser genutzt – um die Server zu kühlen. Die hohe Sicherheit des Rechenzentrums wird durch die tiefe Lage im Berg gewährleistet.


Das Colocation-Rechenzentrum ist nahe dem Dorf Bryggja am Nordfjord in einem ehemaligen Olivin-Bergwerk untergebracht. Die Betreiber versprechen besonders hohe Sicherheit der Server in der Mine, Tier-III-Uptime durch redundante Auslegung von Stromversorgung, Kühlung & Datenleitungen und ebenfalls ökologischen Betrieb durch Versorgung mit Wasserkraft und indirekte Kühlung mit kaltem Fjordwasser. Die Power Usage Effectiveness (PUE) soll 1⸴15 betragen.

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Rechenzentrum Lefdal Mine Datacenter in Norwegen (9 Bilder)

Im Lefdal Mine Datacenter erschließt eine spiralförmige, 1⸴3 km lange und 14 m breite Straße sechs Ebenen, auf die sich 75 Kammern verteilen.
(Bild: Lefdal Mine Datacenter)

Auf sechs Ebenen stellt das Lefdal Mine Datacenter bis zu 120․000 Quadratmeter Nutzfläche bereit. Zur schnellen Installation der Server empfiehlt Rittal den Einsatz der hauseigenen Container-Module RiMatrix: Sie werden im Werk vorkonfiguriert und dann per Lkw direkt in das Bergwerk gefahren. Im LMD stehen auch noch normale Server-Räume bereit um Racks aufzustellen.

Die Stromversorgung liefert insgesamt bis zu 45 Megawatt elektrischer Leistung, soll sich aber auf bis zu 200 MW hochrüsten lassen.

Kühles Wetter, viel Ökostrom

Norwegen fördert die Ansiedelung von Rechenzentren um Arbeitsplätze zu schaffen und den im Überfluss erzeugten Ökostrom vor Ort zu "veredeln".

Das LMD ist nicht das einzige Untertage-Rechenzentrum mit Fjordwassserkühlung in Norwegen: Nahe Stavanger betreibt Green Mountain das DC-1 in einem ehemaligen NATO-Munitionsbunker.

Auch anderswo in Nordeuropa wurden ähnliche Ideen umgesetzt etwa von Google im finnischen Hamina oder in Island. Facebook hat sich in Schweden nahe dem Polarkreis und großer Laufwasserkraftwerke niedergelassen. Hetzner hat in ein Seekabel nach Finnland investiert und baut dort ein Rechenzentrum.

Auch im kühlen Klima Schottlands sind Colocation-Rechenzentren geplant; durch den Brexit drohen hier aber Unsicherheiten für EU-Unternehmen.

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