Neue Technologie ermöglicht realistisches Greifen in Virtual Reality

Ausprobiert: Exoskelett-Datenhandschuh mit haptischem Feedback

Ein neuartiger Prototyp namens Sense Glove der auf der CeBIT präsentiert wurde, soll das Greifen von virtuellen Objekten in der Virtual Reality realistischer gestalten. Der Datenhandschuh ermöglicht ein haptisches Feedback das bisher bei den meisten Handschuhen fehlte und dadurch das Erlebnis in der Virtual Reality noch lebensechter macht.


Der Sense Glove der niederländischen Firma Adjuvo soll das nun ändern. Einwickelt hatten die Absolventen der TU Delft den Handschuh ursprünglich als Medizinprodukt: Er soll dabei mit seinen externen Motoren die Bewegungsfähigkeit der Finger unterstützen oder trainieren -- beispielsweise bei Arthrose-Patienten.

Mit dem Sense Glove kann man in der VR jeden Finger einzeln bewegen. Er trägt sich dabei nicht so unbequem wie er aussieht.

Doch die Technik eignet sich ebenfalls für den Einsatz in der VR. Hier machen die Motoren des Handschuhs virtuelle Gegenstände greifbar: Schließt der Träger seine Hand um ein VR-Objekt, sperren die Motoren die Gelenke des Handschuhs ebendies in dem Augenblick wo die Finger das Objekt in der Realität berühren würden. So soll man das Gefühl erhalten, den VR-Gegenstand tatsächlich in der Hand zu halten.

Schade: Motoren defekt

Am Messestand in Halle 17 konnten wir zwar den Sense Glove selbst ausprobieren, allerdings leider nicht das haptische Feedback ? offenbar haben die Motoren auf der Messe die Funktion eingestellt. Doch auch so ist es ein beeindruckendes Erlebnis in der VR jeden Finger der Hand präzise steuern zu können.

Der Sense Glove nutzt dafür insgesamt 16 Sensoren drei je Finger und insgesamt vier für Daumen & Handgelenk. Die Position der Hände ermittelt der Handschuh selbst nicht. Hierfür kommen bei der Demonstration auf der CeBIT die bisher noch nicht offiziell erhältlichen Tracking-Pucks von HTC zum Einsatz. Der sogenannte Vive-Tracker wird dafür mit einer Manschette mit Klettverschluss ums Handgelenk geschnallt ? deckungsgleich bei den Datenhandschuh-Konkurrenten Manus VR und Noitom Hi5.

Werbevideo vom Hersteller (noch mit konventionellem Hand-Controller statt Vive-Tracker)

Sense Glove kosten 500 Euro

Damit das Greifen präzise funktioniert, muss der Sense Glove vorab auf die Größe der Hand beziehungsweise der Finger kalibriert werden. Für unseren Kurztest auf der CeBIT fehlte dafür die Zeit weshalb die Finger in der VR manchnal weiter gespreizt waren als in der Realität.

Im November wollen die Entwickler den Sense Glove soweit fertig haben, dass erste Entwicklungskits nebst SDK an Interessenten verkauft werden. Ein Set mit zwei Handschuhen mit Vibrations-Feedback soll voraussichtlich 500 Euro kosten, das Paket mit dem beschriebenen haptischen Feedback 600 Euro. Damit wäre der Sense Glove deutlich günstiger als beispielsweise der Konkurrenzhandschuh von Manus VR, hier soll ein Paar 1000 Euro kosten.

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