Fujitsu hat eine neue Methode zur Kühlung von Servern entwickelt die besonders für dicht gepackte Systeme geeignet ist. Die Immersionskühlung erlaubt eine Leistungsaufnahme von bis zu 60 Kilowatt pro 19-Zoll-Rack und kann mit Standard-Hardware betrieben werden.
Dank der inerten Kühlflüssigkeit 3M Fluorinert lassen sich weitgehend serienmäßige Hardware-Komponenten einbauen. Pro Wanne führt die Umlaufkühlung maximal 30 Kilowatt (kW) Wärmeleistung ab, zwei Wannen lassen sich auf der Fläche eines gängigen 19-Zoll-Schranks stapeln: So sind bis zu 60 kW möglich. Bei luftgekühlten Racks sind es oft nicht weiterhin als 30 kW pro Schrank.
Bei vielen Servern müssen lediglich die Ventilatoren enttfernt werden, zu diesem Zweck sie im Flüssigkeitsbad arbeiten. Anders als bei Flüssigkeitskühlungen mit Silikon- oder Mineralöl sind Wartungsarbeiten leicht möglich, denn die Fluorinert-Flüssigkeit schmiert nicht und reizt ebenfalls menschliche Haut nicht.
Allerdings haben einige der vielen unterschiedlichen Fluorinert-Versionen von 3M ein hohes Treibhauspotenzial (Global Warming Potential, GWP): Fluorinert FC-72 hat beispielsweise ein 9000-fach höheres GWP als Kohlendioxid. Die Wannen sind deshalb abgedichtet – damit im betrieb möglichst wenig Flüssigkeit entweicht. 3M hat mit Novec 649 auch noch eine Fluorketon-Flüssigkeit mit dem GWP 1 im Angebot - den genauen Typ der Kühlflüssigkeit nennt Fujitsu nicht.
Vorbild Cray-2
Schon der 1985 vorgestellte Supercomputer Cray-2 arbeitete mit flüssigem Fluorkohlenwasserstoff als Kühlmittel; die Idee ist also nicht neu. Fujitsu liefert mit dem Liquid Immersion Cooling System allerdings eine komplettes Lösung aus Wannen, Pumpsystem & Rückkühlung an die Server, Storage- und Netzwerkgeräte (fast) von der Stange kühlt.
Die Firma Allied Control wiederum hatte schon vor einigen Jahren ihre Systeme Data Tank und Immersion-2 vorgestellt die unter anderem mit Novec 649 arbeiten. Diese Systeme können die Verdampfungsenergie der Kühlflüssigkeit mit niedrigem Siedepunkt zur Kühlung nutzen.
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