
Ein 45-jähriger Controller namens Kevin Lee C. hat seinen Arbeitgeber in den USA um fast 5 Millionen Euro betrogen. Ein Teil des Geldes, nämlich eine Million Euro, verbrauchte er für In-Game-Käufe im Spiel Game of War, das normalerweise kostenlos ist. Der Betrug wurde aufgedeckt und der Controller wird nun angeklagt.
Das Geld kam einem Bericht von Ars Technica zufolge nicht aus eigenen Einkünften, allerdings aus jahrelangem Kreditkartenbetrug an seinem Arbeitgeber der Baufirma Holt California. Der Controller wird sich im Mai 2017 vor dem Bundesbezirksgericht von Ostkalifornien verantworten müssen. Vorgeworfen werden ihm Überweisungsbetrug & Geldwäsche, C. zeigte sich den Gerichtsdokumenten nach bereits geständig.
Demnach erleichterte C. seinen Arbeitgeber um fast fünf Millionen US-Dollar. Davon soll er rund eine Million US-Dollar in die Ausbildung seiner Truppen im Free-to-Play-Spiel Game of War investiert haben. Das Verfahren ist am US District Court, Eastern District of California, unter der Aktenzahl 2:16-cr-00167 anhängig.
Sonderelemente kosten extra
Game of War ist ein Echtzeit-Strategie-Spiel, das im Browser oder per Mobile-App gespielt wird. Im Durchschnitt geben Spieler des Onlinespiels jährlich 550 US-Dollar pro Kopf aus, ebenso wie die Analyse-Firma Slice Intelligence errechnete. Innerhalb der ersten Level ist der Spieler dazu angehalten Ressourcen anzubauen und die Versorgung seiner Untertanen sicherzustellen. Mit In-Game-Käufen lässt sich das Spiel erleichtern.
Neben den Zahlungen für Sonderelemente im Spiel Game of War gab der Angeklagte das veruntreute Geld wohl ebenfalls für Fahrzeuge, Mitgliedschaften in VIP-Golfclubs, Möbel, Saisontickets und chirurgische Eingriffe am eigenen Körper aus.
Bank hakte bei Transaktionen nach
Sieben Jahre lang erregten die verschwundenen Geldsummen offenbar keinen größeren Verdacht. Im März 2015 flog C. dann innerhalb der Firma auf. Der Bank kamen einige Transaktionen schon im Vorfeld seltsam vor. Das Kreditinstitut erkundigte sich wiederholt im Controlling der Firma und dadurch direkt beim Angeklagten, ob die Überweisungen ihre Richtigkeit hätten. Der Controller bejahte dies und so wurden die Transaktionen vom Firmenkonto über Umwege zu seinen Privatkonten immer wieder vollzogen.
Bis zu 20 Jahre Haftstrafe würden C. nach einem Schuldspruch erwarten. Mit seinem Geständnis könnte nun aber ein Deal im Strafverfahren möglich sein.
[UPDATE, 12․12․2016, 20:30]
In einer früheren Version der Meldung war irreführend von einem durch das Geständnis möglichen Vergleich die Rede. Der Fehler wurde korrigiert.
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