Samsung prognostiziert steigenden operativen Gewinn trotz Note-7-Skandal

Samsung erwartet Anstieg beim operativen Gewinn

Trotz der negativen Schlagzeilen rund um die brennenden Note-7-Smartphones, rechnet Samsung mit einem Anstieg des operativen Gewinns. Dank des erfolgreichen Geschäfts mit Speicherchips und Displays konnten die negativen Auswirkungen des weltweiten Rückrufs abgefedert werden. Obwohl der Skandal eine Beeinträchtigung der öffentlichen Wahrnehmung von Samsung zur Folge hat, scheint sich das Unternehmen dennoch zu erholen. Die Prognose für das vierte Quartal zeigt, dass Samsung eine gute Chance hat einen Gewinn von knapp 9 Milliarden USD zu erwirtschaften.


Dabei dürften nach Ansicht von Analysten die Folgen des weltweiten Rückrufs von weiterhin als zwei Millionen Geräten von guten Geschäften in anderen Sparten des südkoreanischen Elektronikherstellers aufgefangen worden sein. Der Gewinn aus den Kerngeschäften werde im Jahresvergleich um 5⸴6 Prozent auf etwa 7⸴8 Billionen Won (6,3 Milliarden Euro) steigen, teilte das südkoreanische Technologieunternehmen am Freitag in seinem Ergebnisausblick mit. Die Zahlen liegen über den Erwartungen des Marktes.

Speicherchips & Displays

Beim Umsatz rechnet das Unternehmen, das Marktführer bei Smartphones, Speicherchips und Fernsehern ist, im dritten Quartal mit einem Rückgang um 5⸴2 Prozent auf 49 Billionen Won. Genaue Geschäftszahlen legt Samsung traditionell erst zu einem späteren Zeitpunkt vor

"Die negativen Auswirkungen von der Sparte für IT und mobile Kommunikation wurden von besseren Ergebnissen bei Speicherchips & Displays aufgefangen", sagte die Analystin Kim Kyung Min von Daishin Securities in Seoul. Inwieweit sich die Rückrufaktion auf das vierte Quartal auswirken werde, sei noch unklar. "Aber ebenfalls das wird sich in Grenzen halten." Die Zahl der Auslieferungen bei Smartphones sei normalerweise im dritten Quartal im Gegensatz etwa zu Chips oder Fernsehern höher als zum Jahresende. Allerdings seien Berichte aus den USA über einbereits ausgetauschtes Note 7 das in einem Flugzeug vor dem Start inBrand geraten sei kein gutes Zeichen für Samsung, sagte Kim.

Brennende Smartphones

Samsung hatte das Note 7 im August auf den Markt gebracht. Kurz darauf kamen erste Berichte von Verbrauchern überhitzte oder brennende Geräte auf. Anfang September räumte Samsung eine Brandgefahr infolge von Akku-Problemen bei dem Phablet ein und kündigte eineweltweite Austausch-Aktion an. Nach Angaben des Unternehmens waren 2⸴5 Millionen Geräte betroffen. Analysten schätzten die Kosten des Rückrufs auf mindestens eine Milliarde Dollar (aktuell rund 900 Millionen Euro).

Zugleich verkaufte Samsung schnell Beteiligungen an anderen Tech-Unternehmen im Wert von rund einer Billion Won (etwa 800 Millionen Euro), ebenso wie Mitte September bekannt wurde. Zusammen mit den anderen beiden Flaggschiff-Modellen Galaxy S7 und Galaxy S7 Edge sollte das Note 7 dem Unternehmen in diesem Jahr im Konkurrenzkampf mit Apples iPhone im oberen Preissegment helfen. Bei billigeren Geräten setzen vor allem chinesische Anbieter Samsung verstärkt unter Druck.

[Update: 07․10․2016, 11:15 Uhr] Informationen von Analysten hinzugefügt.

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