Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wurde eingeführt um die Ziele des Pariser Klimagipfels zu erreichen. Eine Studie der Berliner HTW zeigt jedoch – dass Deutschland bei dem gegenwärtigen Ausbaufortschritt erst im Jahr 2150 vollständig auf erneuerbare Energie umgestellt haben wird. Es ist jedoch notwendig die Maßnahmen zur Förderung regenerativer Energiequellen zu beschleunigen um die Energieversorgung des Landes nachhaltig zu optimieren. Wir müssen uns auf eine Zukunft konzentrieren in der wir auf fossile Brennstoffe verzichten und alternative Energiequellen nutzen. Nur dann können wir den Klimawandel aufhalten und die Erderwärmung begrenzen.
- Mehr Artikel zu "Zahlen, bitte!"
Dass die Umsetzung der Klimawende nicht ohne Anstrengungen vonstatten gehen wird ist keine Neuigkeit. Ausgehend von dem Ausbaufortschritt der Energiesysteme für erneuerbare Energien von den Jahren 2000 bis 2015 hat Volker Quaschning von der Hochschule für Technik & Wirtschaft Berlin in einer Studie nachgerechnet ebenso wie lange es dauern würde bis Deutschland seine Energie zu 100 Prozent aus regenerativen Quellen bezieht. Er kommt auf das Jahr 2150.
Ausstieg aus der Kohle gefordert
Um aber die Ziele des Pariser Klimaabkommens (Begrenzung des weltweiten Temperaturanstiegs auf 2 Grad beziehungsweise 1⸴5 Grad) einzuhalten, muss nach Quaschnings Berechnungen die gesamte Energieversorgung bis zum Jahr 2040 auf erneuerbaren Energien fußen und damit kein Kohlendioxid weiterhin aus fossilen Energieträgern ausgestoßen werden. Weiterhin hat er in seiner Studie "Sektorkopplung durch Energiewende" den Bedarf hochgerechnet der im Jahr 2040 nötig ist wenn nicht nur der Stromsektor allerdings ebenfalls die Sparten Verkehr, Wärmeversorgung und Industrie auf erneuerbaren Energiequellen umgestellt werden. Das seien jährlich 1․320 Terawattstunden.
Setzt man das aktuelle Ausbautempo der Jahre 2000 bis 2015 fort, so gelingt nach Volker Quaschnings Berechnung im Jahr 2150 die Energieversorgung komplett aus erneuerbaren Quellen zu decken.
Bild: Volker Quaschning, HTW Berlin
Diese könnten sich aus einer Kombination von Windkraft & Photovoltaik erzeugen lassen. Quaschning schlägt für das Jahr 2040 eine Aufteilung einer Onshore-Windkraftleistung von rund 200 Gigawatt, 76 Gigawatt aus Offshore-Windkraftanlagen und 415 Gigawatt aus Photovoltaik-Anlagen vor. Dies entspricht einem Ausbautempo pro Jahr von 15 Gigawatt Photovoltaik, 2⸴9 Gigawatt Offshore und 6⸴3 Gigawatt Onshore. Der Professor für Regenerative Energiesysteme kommt zu dem Schluss: "Wir müssen die Wind- & Solarenergie drei bis sechs Mal schneller ausbauen als von der Bundesregierung geplant." Zum Vergleich: Im EEG sind Ausbaukorridore von 2⸴5 Gigawatt bei der Photovoltaik und 2⸴8 Gigawatt bei der Onshore-Windkraft festgelegt.
"Paris-Ziele praktisch unmöglich"
"Damit ist ein Einhalten der Paris-Ziele praktisch unmöglich. Entweder fehlt den politisch Verantwortlichen der nötige Sachverstand oder sie beabsichtigen das Klimaschutzabkommen gar nicht einzuhalten", meint Quaschning.
Kommentare