
Illegale Download-Portale werfen je nach Besucherzahlen nicht unerhebliche Summen an Werbeeinnahmen ab. An diesem lukrativen Geschäft für die zumeist kriminellen Betreiber wollen sich die Zahlungsdienstleister Paypal, Visa und Mastercard künftig nicht mehr beteiligen. In Frankreich haben sich die Konzerne mit den Vertretern der Content-Industrie besprochen, um gemeinsam gegen Urheberrechtsverletzungen im Internet vorzugehen.
Nach Angaben von Fleu Pellerin, der französischen Ministerin für Kultur und Kommunikation, arbeiten beide Parteien derzeit an der Erstellung eines Konzeptes, um illegalen Webseiten den Geldhahn zuzudrehen. Die meisten Zahlungsdienste schließen die Verwendung von Konten in Zusammenhang mit rechtswidrigen Download-Plattformen in ihren allgemeinen Geschäftsbedingungen bereits aus. Künftig soll eine gemeinsame "schwarze Liste" die Bedingungen weiter verschärfen. Urheberrechtsverbände sollen künftig gemeinsam eine Aufzählung von vermeintlich illegalen Webseiten verwalten, die in regelmäßigen Abständen den Zahlungsdienstleistern vorgelegt wird. Daraufhin erfolgt die Sperrung aller auf die jeweiligen Seiten angemeldeten Konten.
Kritiker fürchten, dass das System auch Onlinedienste ausschließen und damit konkurrenzunfähig machen wird, die sich nach gerichtlicher Entscheidung gar nicht als illegal herausstellen würden. Pellerin beruhigt derweil mit der Behauptung, dass die Entscheidung über einen neuen Eintrag in der Liste von Experten getroffen würde. Über die tatsächliche Sperre der Webseite in Frankreich würde erst im Nachhinein entschieden werden.
Julian Wolf
(g+)
am Sonntag, 13.09.2015 12:12 Uhr
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