
Kaspersky Labs und auch einige andere Experten betonten immer wieder, wie mächtig und gefährlich Flame einzustufen sei. Das BSI dagegen beurteilt Flame jedoch keineswegs als so bedrohlich. "Das ist keine neue Superwaffe im Cyberkrieg, sondern eher ein aus verschiedenen Bauteilen zusammengestückeltes Schad-Programm", sagte Virenexperte Dirk Häger vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. "Für mich gibt es keinen Grund, einen Superalarm in Deutschland auszulösen." Zwar verfüge Flame über umfassende Überwachungsfunktionen, so Häger. Diese seien jedoch auch in den besseren der bekannten Schwarzmarkt-Produkte - wie etwa "Poison Ivy" - zu finden. Der Sabotage-Trojaner Stuxnet sei etwas Besonderes gewesen, so der Experte - auf Flame treffe das nicht zu.Häger bezeichnete es als auffällig, dass bei Flame offenbar kein ernsthafter Versuch gemacht wurde, eine IT-forensische Untersuchung der Software zu verhindern. Zudem seien für bestimmte Aufgaben Module verwendet worden, die den Eindruck hinterlassen, die Entwickler hätten Teile verschiedener Malware-Baukästen kombiniert. All dies zeichnet ein Bild, das vom durch andere Experten vertretenen Narrativ der hochentwickelten "Cyber-Superwaffe" deutlich abweicht.
Kommentare