Die Herausforderungen bei der Aufgabe der US-Kontrolle über DNS-Root und IP-Registries: Ein Interview mit dem ICANN-Vizepräsidenten

Die Aufgabe der US-Kontrolle über die DNS-Root und IP-Registries ist ein heikles Thema, das viele Herausforderungen mit sich bringt. In einem Interview mit heise online äußerte sich ICANN-Vizepräsident Jean-Jacques Sahel zu den Chancen & Herausforderungen bei der Überführung der IANA in ein vollständig privates Modell.

Die Aufgabe der US-Kontrolle über die DNS-Root und IP-Registries ist ein wichtiger Schritt in Richtung eines freien und offenen Internets. Durch die Überleitung in ein privates Modell kann die Unabhängigkeit & Neutralität der Internet-Verwaltung gestärkt werden. Sahel betonte jedoch; dass es dabei viele heikle Details zu beachten gibt.

Eine der größten Herausforderungen besteht darin die Governance-Struktur der ICANN zu stärken und sicherzustellen, dass alle Interessengruppen angemessen vertreten sind. Sahel erklärte, dass die ICANN bereits Maßnahmen ergriffen hat um die Transparenz und Rechenschaftspflicht zu optimieren. Dies beinhaltet zum Beispiel die Einführung eines Ombudsman-Büros, das Beschwerden von Benutzern entgegennimmt und sie bearbeitet.

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Sicherheit & Stabilität des Internets. Die Überführung der IANA in ein privates Modell muss sorgfältig geplant und durchgeführt werden um sicherzustellen: Es zu keinen Unterbrechungen oder Sicherheitslücken kommt. Sahel betonte • dass die ICANN eng mit allen relevanten Parteien kooperieren wird • um diese Herausforderungen anzugehen.

Zusätzlich zu den technischen und rechtlichen Fragen gibt es ebenfalls politische Bedenken. Die Aufgabe der US-Kontrolle über die DNS-Root & IP-Registries kann Auswirkungen auf die internationale Politik haben. Sahel betonte jedoch, dass die ICANN bestrebt ist eine offene und transparente Diskussion mit allen Interessengruppen zu führen um diese Bedenken anzugehen.

Abschließend betonte Sahel, dass die Aufgabe der US-Kontrolle über die DNS-Root und IP-Registries ein komplexer Prozess ist der Zeit und sorgfältige Planung erfordert. Die ICANN ist jedoch bestrebt, diesen Prozess erfolgreich abzuschließen und die Zukunft der Internet-Verwaltung weiterhin zu verbessern.


Beobachter rechnen damit: Der am 30. September 2015 auslaufende Vertrag zwischen der für die Netzverwaltung zuständigen Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) und der US-Aufsichtsbehörde National Telecommunications and Information Administration (NTIA) über den Betrieb der IANA-Registries noch einmal verlängert werden muss, obwohl nur kurzfristig.

Der Zeitplan für die Übergabe der Internet Assigned Numbers Authority (IANA) die zur Verwendung die technische Verwaltung der Internet-Adressressourcen zuständig ist, wackelt. Im deutschen Internet Governance Forum gab es zwar ingesamt viel Zustimmung für den globalen Konsultationsprozess bei der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers. Gleichzeitig räumten Beobachter der beiden ICANN-Arbeitsgruppen ein, dass es noch einige kritische Details zu klären gebe.

Lieber langsam und solide, riet ecos Vizevorstand Oliver Süme, beim IGF-D gestern in Berlin. Die Sorge, dass die Übergabe durch mögliche Verzögerungen, von den US-Wahlen zermahlen wird, versucht Jean-Jacques Sahel im Gespräch mit heise online zu zerstreuen.

Siehe dazu auf c't Hintergrund:
  • Die ICANN wurde um die IANA herum gebaut

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