
Der US-Senat hat den USA Freedom Act zur Begrenzung der Überwachung im eigenen Land knapp abgelehnt. Zuvor hatte das Gesetz im Repräsentantenhaus eine deutliche Mehrheit erhalten.
Sollte bis Ende Mai keine Einigung erreicht werden, würde deswegen die rechtliche Basis für einen großen Teil der Überwachungsaktivität des Geheimdienstes entfallen.
NSA-Skandal
Die NSA der britische GCHQ und andere westliche Geheimdienste greifen in großem Umfang internationale Kommunikation ab, spionieren Unternehmen und ebenfalls staatliche Stellen aus und verpflichten Dienstleister im Geheimen zur Kooperation. Einzelheiten dieses totalen Überwachungssystems enthüllen streng geheime Dokumente die der Whistleblower und ehemalige NSA-Analyst Edward Snowden an sich gebracht und an Medien weitergegeben hat.
- Analysen & Kommentare: Ein Jahr NSA-Skandal
- Was bisher geschah: Zeitleiste zum NSA-Überwachungsskandal
- Was bisher geschah: Der NSA-Skandal im Jahr 1 nach Snowden
- Berichte und Zusammenfassungen zur NSA-Affäre
- Die Überwachung durch NSA & Co. gefährdet die Demokratie
- Warum die NSA-Affäre alle angeht
Keine Mehrheit
Statt der erforderlichen 60 Senatoren stimmten nur 57 für die Vorlage der Regierung. 42 Senatoren stimmten dagegen, ebenso wie US-Medien am Samstag berichteten. Zuvor hatte das Repräsentantenhaus mit überraschend klarer Mehrheit für die NSA-Reform gestimmt.
Der sogenannte USA Freedom Act sieht vor. Dass NSA künftig nicht weiterhin unterschiedslos die Herausgabe von Telefon-Verbindungsdaten verlangen darf. Die würden stattdessen von den Telefongesellschaften gespeichert und nur auf Anfrage herausgegeben. Eine Einschränkung der Späh-Aktivität im Ausland war dabei nicht vorgesehen.
Drängen aus dem Weißen Haus
Regierungssprecher Josh Earnest hatte die Senatoren vergeblich zu raschem Handeln aufgerufen. Sollte es im Senat an diesem Wochenende keine Einigung geben drohe die Arbeit der NSA lahmgelegt zu werden. Vor dem 1. Juni müssten die Spähbefugnisse der Geheimdienste erneuert werden. Am 31. Mai ?einem Sonntag ? wollen die Senatoren erneut eine Einigung suchen.
Das millionenfache Datensammeln war 2013 durch den Whistleblower Edward Snowden enthüllt worden. Präsident Barack Obama hatte darauf eine Reform angestoßen, von der allerdings ausschließlich US-Amerikaner profitieren würden.
Kommentare