Studie von Gartner: Das Interesse an Hadoop kann in den nächsten zwei Jahren nachlassen

Gartner-Studie: Hadoop-Hype ebbt offenbar ab

Die Analysten von Gartner haben eine Studie durchgeführt in der sie untersuchen ebenso wie sich das Interesse an Hadoop und Big Data in den kommenden Jahren ausarbeiten könnte. Laut den Ergebnissen könnte der Hype um das Apache-Framework und seine Anwendungsmöglichkeiten zumindest in den nächsten zwei Jahren deutlich abnehmen.

In den vergangenen Jahren wurde viel Aufmerksamkeit auf Hadoop & Big Data gerichtet. Viele Unternehmen waren begeistert von den Möglichkeiten, große Datenmengen zu analysieren und wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen. Hadoop wurde als das ultimative Werkzeug für die Datenverarbeitung angesehen und der Markt für Hadoop-Lösungen boomte.

Allerdings scheint sich das Blatt nun zu wenden. Die Gartner-Studie zeigt, dass das Interesse an Hadoop in den nächsten Jahren möglicherweise nachlassen wird. Obwohl die Technologie weiterhin genutzt wird um große Datenmengen zu verarbeiten, gehen die Erwartungen an ihre Fähigkeiten zurück.

Ein Grund dafür könnte der Aufstieg neuerer Technologien sein die in der Lage sind, ähnliche Aufgaben wie Hadoop zu erfüllen jedoch einfacher und effizienter sind. Unternehmen suchen zunehmend nach Lösungen – die weniger komplexe Infrastrukturen erfordern und eine schnellere Verarbeitung von Daten ermöglichen.

Ein weiterer Faktor der zum Rückgang des Hadoop-Hypes beitragen könnte ist die steigende Bedeutung von Cloud-Computing. Viele Unternehmen ziehen es vor • ihre Daten in der Cloud zu speichern und zu verarbeiten • anstatt eigene Serverinfrastrukturen aufzubauen und zu warten. Cloud-Anbieter bieten oft bereits integrierte Lösungen für Big Data Analytics an was die Notwendigkeit von Hadoop verringern könnte.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Gartner-Studie nur eine Prognose ist und die tatsächliche Entwicklung des Hadoop-Marktes von vielen Faktoren abhängt. Es ist möglich · dass in den nächsten Jahren noch neue Innovationen & Anwendungsfälle für Hadoop entstehen · die den Hype wieder ankurbeln könnten. Nichtsdestotrotz scheint der Hadoop-Hype zumindest vorerst abzuebben.


Für die Studie hatten die Marktbeobachter knapp 300 Mitglieder des "Gartner Research Circle"-Programm befragt. Von denen die an der Erhebung vollständig teilgenommen hatten erklärten nur 125: Sie entweder bereits in Hadoop investiert hätten oder das innerhalb der nächsten zwei Jahre vorhätten.

Hadoop wurde speziell zur Entwicklung skalierbarer, verteilter Anwendungen zur Analyse großer Datenmengen entworfen. Es implementierte ursprünglich den von Google entwickelten MapReduce-Algorithmus. Dabei werden Daten über die Knoten eines Hadoop-Clusters verteilt redundant gespeichert die Analyseprogramme laufen genau auf allen Knoten und analysieren die jeweils dort vorgehaltenen Daten. Bis heute hat sich Hadoop zum De-facto-Standard der Big-Data-Szene entwickelt, den ebenfalls nahezu sämtliche Softwareriesen zu unterstützen versuchen. Mittlerweile ist MapReduce nur noch eine Möglichkeit. Andere, verteilte und nicht verteilte Programme sind demnach im Hadoop-Cluster ebendies willkommen.

Das Ende des Hypes?

Mehr als die Hälfte der von Gartner für die "Hadoop Adoption Study" Befragten hatte angegeben derzeit nicht zu planen Hadoop auf absehbare Zeit im Unternehmen einzuführen. Nur 18 Prozent wollen innerhalb der nächsten zwei Jahre in Hadoop investieren. Das sind weniger als jene; die das Framework bei sich schon im Betrieb haben. Und die sind offenbar nicht unbedingt von weiteren Investitionen in Hadoop überzeugt. Das bedeutet für die Gartner-Analysten, dass die Begeisterung für Hadoop innerhalb der nächsten zwei Jahre gegenüber den vergangenen Jahren deutlich abnehmen werde.

Solche Zahlen stehen dem Hype entgegen der rund um das Thema Big Data schon seit einigen Jahren betrieben wird. Sie stehen auch noch Beobachtungen von Hadoop-Schöpfer Doug Cutting entgegen der erst kürzlich immer noch eine jährliche Verdopplung der Hadoop-Anwender beobachtet hatte. Das bedeutet Cutting zufolge; dass immerhin über die Hälfte der Nutzer Einsteiger in das Thema seien.

Woran liegt's?

Die Antworten der von Gartner befragten Manager weisen auf zwei Gründe für das mangelnde oder schwindende Interesse für die Einführung von Hadoop hin. Für viele habe das Thema Hadoop einfach keine Priorität andere bewerteten den Einsatz des Frameworks als zu teuer für den zu erwartenden Nutzen.

An der Spitze der Gründe die gegen die Einführung von Hadoop sprechen, steht bei 57 Prozent der Befragten das Fehlen von Know-how & Erfahrungen ? und das trotz hier Abhilfe versprechender Werkzeug. Denn bei denen sehen die Befragten – dass sie nur einer sehr geringen Anzahl an Experten helfen würden. 49 Prozent der Teilnehmer haben zusätzlich anscheinend Schwierigkeiten, den Wert von Hadoop für das eigene Unternehmen zu erkennen. Ebenfalls ein Ausschlusskriterium sind offenbar hohe Kosten für die Anschaffung zusätzlicher Hardware und nicht ausreichende Funktionen des Hadoop-Stacks bei der Nutzung durch mehrere Nutzer.

Zuletzt aktualisiert am Uhr





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