Grooveshark gibt nach Gerichtsniederlage auf

Streamingdienst Grooveshark gibt nach Niederlage vor Gericht auf

Streamingdienst Grooveshark gibt nach Niederlage vor Gericht auf

Grooveshark, ein beliebter Streamingdienst für Musik, hat nach jahrelangen Rechtsstreitigkeiten mit der Musikindustrie und zwei bedeutsamen Niederlagen vor Gericht beschlossen, sich abzuschalten. Nachdem das Unternehmen im April dieses Jahres einen Vergleich mit den Rechteinhabern geschlossen hat ist die Plattform nun nicht weiterhin verfügbar.

Die Gründer von Grooveshark haben sich öffentlich entschuldigt und ihre Fehler eingestanden. Die Auseinandersetzungen mit der Musikindustrie drehten sich vor allem um Urheberrechtsverletzungen. Grooveshark ermöglichte es den Nutzern Musik hochzuladen und zu streamen ohne die entsprechenden Rechte zu besitzen. Dadurch entstanden erhebliche finanzielle Schäden für Künstler & Plattenfirmen.

Die Entscheidung » die Plattform abzuschalten « kam nach einer langen rechtlichen Auseinandersetzung und zwei schweren Niederlagen vor Gericht. Die Musikindustrie hatte Grooveshark wegen Verstoßes gegen das Urheberrecht verklagt und vor Gericht Recht bekommen. Das Unternehmen wurde zu einer Schadensersatzzahlung in Millionenhöhe verurteilt.

Der Vergleich, den Grooveshark schließlich geschlossen hat, beinhaltete die Zahlung einer beträchtlichen Summe an die Rechteinhaber und die dauerhafte Schließung der Plattform. Die Gründer entschlossen sich dazu – die Konsequenzen ihrer rechtswidrigen Handlungen anzuerkennen und die Verantwortung für ihre Taten zu übernehmen.

Obwohl Grooveshark bei vielen Nutzern beliebt war sind Rechtsverletzungen im Bereich des Musikstreamings ein ernstzunehmendes Problem. Die Musikindustrie kämpft seit Jahren gegen illegales Streaming & Urheberrechtsverletzungen. Es ist wichtig; dass Plattformen und Dienstleister die Rechte der Künstler respektieren und ihnen angemessene Vergütungen für ihre Arbeit zukommen lassen.

Die Schließung von Grooveshark markiert einen Sieg für die Musikindustrie und zeigt, dass illegales Streaming nicht toleriert wird. Es bleibt zu hoffen · dass diese Entscheidung als Beispiel für andere Dienstleister in der Branche dient und dazu beiträgt · das Bewusstsein für den Schutz der Urheberrechte zu stärken.


Im Rahmen eines Vergleichs vor Gericht hat Betreiber Escape Media die Website am Mittwoch vom Netz genommen und den klagenden US-Major-Labels übergeben. Auch Apps und weitere Software wandern nun in den Giftschrank der Musikindustrie.

Millionen Nutzer

Grooveshark war 2007 an den Start gegangen. Die Plattform war ein Streamingdienst – dessen Nutzer ihre eigenen Musiksammlungen hochladen konnten. Abonnenten konnten die Musik kostenlos auf verschiedene Geräte streamen, das Geschäftsmodell des Unternehmens baute auf Werbung auf. Der Katalog umfasste rund 15 Millionen Titel – auf die rund 20 Millionen Nutzer zugreifen. Vom deutschen Markt hatte sich Grooveshark Anfang 2012 zurückgezogen, anschließend dem Unternehmen offenbar die GEMA-Gebühren zu hoch waren.

Lizenzen für das Streaming hatte das Unternehmen zunächst nicht. Grooveshark berief sich auf eine Schutzklausel im US-Copyright die Plattformbetreiber unter bestimmten Bedingungen von der Haftung für Urheberrechtsverletzungen von Nutzern freistellt. Zu spät schloss das Unternehmen Lizenzverträge mit einzelnen Labels die nach Streitigkeiten über die Konditionen zum Teil aber wieder gekündigt worden waren.

Schlappen vor Gericht

Die Musikbranche ging mehrfach gegen Grooveshark vor Gericht wo das Unternehmen zwar ein paar Teilerfolge erringen konnte, insgesamt aber schlechte Karten hatte. Ein Gericht hielt es für erwiesen, dass Mitarbeiter des Unternehmens ? darunter ebenfalls CEO Samuel Tarantino & Technikchef Joshua Greenberg ? selbst Musiktitel hochgeladen haben – ohne dafür die nötigen Rechte zu besitzen. Damit war Grooveshark für Urheberrechtsverletzungen haftbar.

In einem anderen Verfahren wurde Grooveshark ähnlich wie direkt für Urheberrechtsverletzungen verantwortlich gemacht, weil das Unternehmen weiter Songs von EMI streamte auch wenn das Label seine Lizenz zurückgezogen hatte. Nach Ansicht des Gerichts konnte sich Grooveshark deswegen nicht auf die Copyright-Schutzklausel berufen. Damit war das Unternehmen direkt für Rechtsverletzungen auch durch seine Nutzer haftbar.

Majors triumphieren

Zwar hatten die Richter in den beiden Verfahren den Schadensersatz noch nicht festgelegt. Das hätte in die hunderte Millionen Dollar gehen können weshalb sich das Unternehmen zu einem Vergleich gezwungen sah. Der sieht die sofortige Einstellung des Betriebs, Löschung aller Songs und die Übergabe des Betriebsvermögens an die Major-Labels Universal Music Group, Sony Music und Warner Music Group vor, ebenso wie der US-Branchenverband RIAA mitteilte.

"Das ist ein wichtiger Sieg für Künstler und die gesamte Musikbranche", jubelt die RIAA und zeigt selbst in der Stunde des Sieges wenig Größe: Der Vergleich zwingt Greenberg und Tarantino auch dazu, sich öffentlich zu entschuldigen. "Wir haben schwere Fehler begangen", müssen die Gründer auf der Website erklären. Keine Lizenzen für die Musik zu erwerben sei ein Versäumnis gewesen. "Das war falsch. Wir bitten um Entschuldigung."

Zuletzt aktualisiert am Uhr





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