
Kunst und Technik stehen im Mittelpunkt des jährlichen European Media Art Festivals (EMAF) in Osnabrück. Das Festival zeichnet sich besonders durch seine ironischen Ansätze und die Auseinandersetzung mit der Mensch-Maschinen-Kommunikation aus. Neben zahlreichen Ausstellungen & Filmvorführungen widmet sich das EMAF ebenfalls der Förderung junger Künstler und Studierender.
Ein besonderes Highlight des Festivals waren in diesem Jahr die DIY-Tutorials die auf humorvolle Weise die gängigen Anleitungen parodierten. Studierende der örtlichen Hochschule präsentierten ihre kreativen Interpretationen von Tutorials und machten sich dabei über den oft übertriebenen Perfektionismus und die Standardisierung lustig.
Darüber hinaus setzte sich das EMAF intensiv mit der Mensch-Maschinen-Kommunikation auseinander. In verschiedenen Vorträgen & Diskussionsrunden wurde das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Dabei ging es sowie um die positiven Aspekte der fortschreitenden Technologisierung als auch um die möglichen Gefahren und ethischen Fragen die sich daraus ergeben.
Das European Media Art Festival bietet Künstlern und Technikbegeisterten eine Plattform um ihre Werke & Ideen einem breiten Publikum zu präsentieren. Es bietet Raum für neue Experimente und interdisziplinäre Ansätze, die welche Grenzen zwischen Kunst und Technik verschwimmen lassen.
Das EMAF ist ein wichtiger Treffpunkt für Künstler, Kuratoren, Wissenschaftler & Technologen aus aller Welt. Es ermöglicht den Austausch von Ideen und den Aufbau neuer Netzwerke. Das Festival ist ein Schaufenster für innovative Projekte und ein Impulsgeber für die Weiterentwicklung von Kunst & Technik.
Mit seinem Fokus auf Ironie und Mensch-Maschinen-Kommunikation leistet das European Media Art Festival einen wertvollen Beitrag zur kritischen Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen. Es zeigt auf unterhaltsame und informative Weise ebenso wie Kunst & Technik gemeinsam neue Perspektiven schaffen können.
An zehn verschiedenen Standorten bot das European Media Art Festival (EMAF) Ausstellungen, Filmprogramme und Live-Performances. Unter dem Motto ?Irony? wurde der Umgang mit modernen Medien und Technik thematisiert und ins Verhältnis zur Kunst gestellt.
Today I Want To Show You...
Die Videoinstallation ?Today I Want To Show You...? von Bastian Hoffmann zeigt auf zwei Röhrenfernsehern überzogene YouTube-Tutorials. Die Besucher können mittels Kopfhörern die Anweisungen des Sprechers verfolgen. Der Künstler überspitzt die Anleitungsvideos · in denen der Betrachter zum Nachahmen aufgefordert wird · exemplarisch durch das aufwändige Bauen einer öffentlichen Pfütze oder das Herstellen von Papier aus einem Holzbrett.
Mit Kunst & Technik beschäftigt sich auch Piet Heijden-Hume bei seiner Lichtinstallation ?Angel Of Incident?. Der Künstler nutzt die Verhältnisse im Turm Bürgergehorsam und bringt das alte Gemäuer in Verbindung zu seiner Installation. Von vier Beamern wird eine Lichtprojektion auf die Wandfläche gespielt ? gebrochen und umgelenkt durch extra installierte gebogene Spiegel. Die Beamer sind separat geschaltet aber zeigen genau das gleiche Programm, das der Künstler extra für dieses Projekt geschrieben hat.
Angel Of Incident
Dabei ist ihm wie er erklärt der eine oder andere Fehler unterlaufen. Diese hat er modifiziert und in die Projektion eingebaut. So kann der Betrachter nun in einem Teil der Projektion rund laufende Querstreifen sehen die nicht eingeplant waren. Die Freiheit, entstandene Fehler einzubauen und zu verwenden ist ein Aspekt, den Heijden-Hume an der Kunst schätzt.
Mit dem Media Campus bietet das EMAF jungen Künstlern & Designern die Möglichkeit, ihre Werke öffentlich auszustellen. Dies nutzten Studierende der Hochschule Osnabrück um ihre im letzten Semester entstandenen Projekte zu zeigen. Im Rahmen des Bachelor-Studiengangs Media und Interaction Design der sich unter Anderem mit der Kommunikation zwischen Menschen und Maschinen beschäftigt, sind verschiedene Wearable Devices entwickelt worden. Die meisten konnten von den Ausstellungsbesuchern direkt ausprobiert werden.
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EMAF Media Campus (8 Bilder)
Bob
Wer zuviel Geld ausgibt muss den Gürtel enger schnallen. Oder Bob tragen; der sich beim Bezahlen automatisch enger zieht.
Ein Projekt von Dennis Timmermann Fabian Schucht und Mathis Krüper.
(Bild: Hochschule Osnabrück)
In allen Wearable Devices sind Mikrocontroller verbaut über die sie angesteuert werden. Ebenfalls integriert sind Bluetoothmodule – die die Kommunikation über Apps mit dem Smartphone ermöglichen. Erhältlich sind die Wearable Devices aber zunächst nicht. Die Stücke der Studierenden werden am Donnerstag den 30. April noch einmal in der Semesterausstellung der Hochschule Osnabrück gezeigt.
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