
"2008 † 2014 – Tschüss! Aufgrund der aktuellen Vorfälle haben wir uns entschlossen das Forum zu schließen. Vielen Dank für die tollen Jahre :) BoerseBZ" - heißt es derzeit auf der Webseite des nun eingestellten Forums. Die Betreiber konnten sich über die Jahre ein Millionen-Publikum aufbauen, indem zehntausende Links auf illegale Download-Angebote zusammengetragen und aktuell gehalten wurden. Von Kino-Filmen über E-Books bis hin zu Software war über boerse.bz alles zu finden. Laut der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) setzten die Betreiber über Werbung und Premium-Accounts mehrere Tausend Euro monatlich um, zudem vermutet die GVU Absprachen zwischen Filehostern und boerse.bz, aber auch mehr oder weniger fest angestellte Uploader soll das Board beschäftigt haben, um sicherzustellen, dass per DMCA gelöschte Dateien an anderer Stelle sofort gespiegelt werden, um eine permanente Verfügbarkeit zu gewährleisten.
Anfang dieses Monats erfolgten in 14 Bundesländern auf Anweisung der Staatsanwaltschaft Köln Razzien in 121 Wohnungen. Offenbar handelte es sich dabei um eine koordinierte Aktion gegen die FileSharing-Community in Deutschland. Nicht nur boerse.bz, auch kinox.to und movie4k.to sowie weitere Streaming-Seiten und Link-Aggregatoren waren Ziel der bundesweiten Hausdurchsuchungen. Am Einsatz beteiligt waren mehr als 400 Polizeibeamte. Wie golem.de berichtet, listet die GVU akribisch auf, in welchem Umfang das Urheberrecht auf boerse.bz gebrochen wurde. Es sei eine "organisierte" Anstrengung gewesen, an der sowohl Moderatoren, Betreiber, Power-User sowie Uploader beteiligt sind. Mehr als 130.000 Titel aus der Unterhaltungs- und Software-Branche sollen zuletzt auf dem Board verlinkt gewesen sein.
Alternative Link-Aggregatoren ärgern Branchenverbände
Mit der Abschaltung von boerse.bz geben sich die Branchenverbände keinesfalls zufrieden. Zwar dürfte die augenscheinlich freiwillige Einstellung des Projekts als Sieg verbucht werden, Klone und Portale, die ähnlich aufgebaut sind, bietet das Netz jedoch in Hülle und Fülle. Boerse.to beispielsweise nutzt die Gunst der Stunde und wirbt damit, dass im Gegensatz zum .bz-Pendant keine Werbung ausgeliefert, nicht gewinnorientiert gearbeitet und das Projekt ausschließlich über Spenden finanziert werde. Laut Bundesverband Musikindustrie verzeichnet die Seite schon rund 2,5 Millionen registrierte Besucher und liegt damit auf einem ähnlichen Niveau wie das nun eingestellte boerse.bz. /hk
News Redaktion
am Donnerstag, 13.11.2014 13:58 Uhr
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