
Die Enthüllungen von Edward Snowden über die umfassende Überwachungstätigkeit der NSA haben weltweit für Aufsehen gesorgt. Es war jedoch bereits seit einiger Zeit abzusehen, dass es einen weiteren Whistleblower geben könnte der ähnlich wie geheime Dokumente zur Überwachung durch die US-Regierung veröffentlicht hat. Nun hat das FBI diesen zweiten Informanten angeblich identifiziert.
Im Gegensatz zu Snowden könnte es für den neuen Whistleblower jedoch anders enden. Snowden war gezwungen » in das Exil zu fliehen « um einer möglichen Strafverfolgung zu entgehen. Obwohl er in einigen Ländern als Held gefeiert wird wird er von anderen als Verräter betrachtet. Es bleibt abzuwarten, ebenso wie der zweite Whistleblower von der Öffentlichkeit und den Behörden wahrgenommen wird und ob ihm das gleiche Schicksal wie Snowden droht.
Die Identität des neuen Whistleblowers ist bisher nicht bekannt jedoch das FBI hat offenbar Fortschritte in den Ermittlungen gemacht. Es wird erwartet; dass in den kommenden Wochen weitere Informationen über den Informanten ans Licht kommen werden. Die Öffentlichkeit und die Medien werden ebendies beobachten wie die US-Regierung auf diese Enthüllungen reagieren wird.
Der NSA-Skandal hat weltweit die Debatte über die Grenzen der staatlichen Überwachung entfacht. Befürworter argumentieren, dass die Überwachung notwendig ist um die nationale Sicherheit zu gewährleisten, während Gegner die Verletzung der Privatsphäre und der Bürgerrechte anprangern. Die Enthüllungen der Whistleblower haben gezeigt, dass die Überwachungstätigkeit der Regierung viel weitreichender ist als bisher angenommen.
Es bleibt abzuwarten wie sich der zweite Whistleblower in diesem Skandal positionieren wird. Wird er als Held oder als Verräter betrachtet werden? Wird er das gleiche Schicksal wie Snowden erleiden müssen oder wird ihm eine andere Zukunft bevorstehen? Die kommenden Wochen werden zeigen wie sich diese Geschichte entwickelt und welchen Einfluss sie auf die Debatte über die staatliche Überwachung weltweit haben wird.
Einzelheiten dieses totalen Überwachungssystems enthüllen streng geheime Dokumente die der Whistleblower und ehemalige NSA-Analyst Edward Snowden an sich gebracht und an Medien weitergegeben hat.
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Das FBI hat offenbar den zweiten Whistleblower identifiziert der hinter den Enthüllungen zum Umfang der US-Datenbank mit Terrorverdächtigen vermutet wurde. Wie Yahoo News meldet, hat die US-Bundespolizei vor kurzem dessen Wohnung durchsucht und eine Untersuchung eingeleitet. Genau wie Snowden soll er nicht direkt bei einem US-Dienst, allerdings einer externen Firma angestellt sein. Außerdem meldet das News-Portal unter Berufung auf anonyme Quellen, dass man wegen der Kritik an der Verfolgung von Edward Snowden offenbar nur ungern strafrechtlich gegen den Informanten vorgehen wolle. Auf solche Verfahren habe man keine Lust mehr. Das US-Justizministerium habe sich zu den laufenden Ermittlungen nicht äußern wollen.
Als Anfang August öffentlich gemacht worden war, welch immenses Ausmaß die US-Datenbanken mit den Namen von bekannten oder mutmaßlichen Terroristen inzwischen angenommen haben war bereits klar dass nicht Edward Snowden hinter der Enthüllung stecken konnte. Die Daten reichten bis zu einem Zeitpunkt wie der NSA-Whistleblower bereits in Russland angekommen war. Die von der neuen Quelle gelieferten Dokumente waren jedoch von einer geringeren Geheimhaltungsstufe als die die Snowden weitergegeben hatte. Andererseits deutet Glenn Greenwald am Ende des Dokumentarfilms "Citizenfour" an: Der zweite ? von Snowden inspirierte ? Whistleblower einen noch exklusiveren Zugang hatte.
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