US-Regierung sucht nach weiterem Whistleblower

US-Regierung sucht nach weiterem Whistleblower
Die Enthüllungsplattform The Intercept hat einen Bericht veröffentlicht, der den wachsenden Umfang von US-amerikanischen Anti-Terror-Listen thematisiert. Demnach wurden mit der Zeit die Kriterien für vermeintlich Verdächtige immer weiter aufgeweicht. Der Artikel basiert auf geheimen Dokumenten, die aus dem August vorigen Jahres stammen. Die US-Behörden befürchten Snowden-Nachahmer.

Gegenüber CNN äußerte ein Sprecher der US-Regierung den Verdacht, dass es offenbar einen weiteren Whistleblower in Behördenkreisen gibt. Die zuständigen Stellen seien bereits dabei, nach dem Maulwurf zu suchen. Als Beweis für den Leak sehen die Behörden einen gestern veröffentlichten Bericht auf Glenn Greenwalds Enthüllungsplattform The Intercept an. Der gesamte Artikel baut auf geheimen Dokumenten auf, die durchgesickert sind. Das zentrale Thema des als "Watch Commander" betitelten Reports ist der immer größer werdende Umfang der Anti-Terror-Datenbanken, in denen Extremisten wie auch Terrorverdächtige geführt werden. Die Autoren des Berichts zitieren mehrfach aus Dokumenten, die im August 2013 vom National Counterterrorism Center aufbereitet wurden.

Das Ausstellungsdatum der geleakten Dokumente ist ein Indiz dafür, dass es neben Edward Snowden einen weiteren Whistleblower gibt. Im August 2013 befand sich der ehemalige NSA-Mitarbeiter bereits im russischen Exil, um der US-amerikanischen Strafverfolgung zu entgehen, und hatte somit auch keinen Zugriff auf aktuelle Dokumente der Geheimdienstbehörden. Gegenüber CNN sagte Enthüllungsreporter Glenn Greenwald: "Ich habe keine Zweifel daran, dass es noch weitere Quellen innerhalb der Regierung geben wird, die von Edward Snowden und dem, was er geleistet hat, inspiriert sind und ebenfalls erkennen, was alles falsch läuft." Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist nicht bekannt, wie viele der geheimen Dokumente weitergereicht wurden.

Rund 40 Prozent der Verdächtigen können nicht zugeordnet werden

Unter der Obama-Regierung sind die Datenbanken der Verdächtigen auf eine Million Namen angewachsen. Den größten Anstieg verdächtiger Personen verzeichneten die Listen Ende 2009, nach dem Zwischenfall des mittlerweile als "Unterhosen-Bombers" bekannten Umar Farouk Abdulmuttalab. Das gescheiterte Flugzeugattentat veranlasste die US-Regierung dazu, die Kriterien für die Aufnahme von Verdächtigen in die Listen noch weiter aufzuweichen. Allein in der sogenannten Terrorist Screening Database befanden sich im August 2013 rund 680.000 Namen von Personen, die unter Beobachtung stehen. Auf diese Datenbank haben auch Strafbehörden und ausländische Regierungen Zugriff. Verdächtige sind nach ihren Verbindungen zu extremistischen Gruppen kategorisiert, angefangen bei Hamas und Hisbollah (beide jeweils über 20.000 Namen), bis hin zur Al-Kaida (50.446 Namen) und den Taliban (62.794 Namen). Mit insgesamt 280.000 Namen machen Verdächtige, die keiner bekannten terroristischen Vereinigung zugeordnet werden können, den größten Teil der Beobachteten aus. /rc

Bild-Quellen:
wikipedia.org

News Redaktion
am Mittwoch, 06.08.2014 17:35 Uhr

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