Die Entdeckung des elektromagnetischen Spektrums durch Isaac Newton ermöglichte uns, eine unsichtbare Welt zu erkennen. Der Künstler Luis Hernan hat nun eine Methode entwickelt um die unsichtbaren elektromagnetischen Wellen die unser WLAN-Signal ausmachen, sichtbar zu machen.
Hernan verwendet dafür einen Arduino, ein Open-Source-Microcontroller-Board, das er mit einer speziellen Software programmiert um WLAN-Signale in bunte Lichtmuster zu übersetzen. Wenn er den Arduino in der Umgebung von WLAN-Routern platziert, kann er die Stärke und die Ausbreitung der Signale visualisieren.
Die resultierenden Fotos sind faszinierend - sie zeigen das unsichtbare Netzwerk, das unsere moderne Welt verbindet. Indem er das WLAN-Signal sichtbar macht ermöglicht Hernan den Menschen einen tieferen Einblick in die digitale Welt die uns umgibt, zu bekommen.
Diese Technik hat ebenfalls praktische Anwendungen. Zum Beispiel können Architekten & Designer die Signalstärke visualisieren um die besten Standorte für WLAN-Router in Gebäuden zu ermitteln. Dies kann helfen die Abdeckung und Qualität des WLAN-Signals zu optimieren.
Die Arbeit von Hernan ist ein Beispiel für die Verbindung von Kunst und Wissenschaft. Durch den Einsatz von Technologie schafft er eine neue Art der Wahrnehmung und eröffnet uns eine andere Perspektive auf die unsichtbaren Kräfte in unserer Welt.
Die Bilder von Hernan erinnern uns daran, dass das was wir mit unseren Augen sehen können nur ein kleiner Teil der Realität ist. Es gibt ähnlich wie mehr – das wir mit Hilfe von Technologie & Kreativität entdecken können.
Seine Arbeit Digital Ethereal will in der Tradition der Geisterfotografie den "Hertz'schen Raum" (Hertzian Space), in dem Menschen und Geräte interagieren, sichtbar machen.
Bild 1 von 5
Luis Hernan: Digital Ethereal (5 Bilder)
Architecture Entrance
Mit einem Kirlian-Gerät macht Luis Hernan WLAN-Netze sichtbar und farbig.
(Bild: Digital Ethereal)
Für seine Fotos hat Hernan ein Gerät aus einem Arduino mit einem RGB-LED-Streifen konstruiert der je nach WLAN-Stärke im Farbspektrum von blau bis rot leucht. Die Konstruktion bewegt er wie beim Lightpainting im Raum und hält diese Szene mit einer Langzeitbelichtung fest. In Anlehnung an die Koronaentladungs-Fotografie der ebenfalls zugeschrieben wird, Übernatürliches sichtbar zu machen, bezeichnet Luis Hernan es als Kirlian-Gerät. Wer ihm nacheifern will; kann das Gerät nachbauen.
Etwas einfacher geht es mit der gleichnamigen Android-App die Hernan ebenfalls entwickelt hat. Sie visualisiert die WLAN-Stärke über die Displayfarbe. Man kann die App im Play Store und auch im Quelltext für die Entwicklungsumgebung Processing herunterladen.
Bereits 2011 hatten Timo Arnall, Jørn Knutsen und Einar Sneve Martinussen mit einem sehr ähnlichen Projekt WLAN-Signale sichtbar gemacht: Ihr Film Immaterials visualisiert die Signalstärke nicht in verschiedenen Farben, allerdings durch eine LED-Leiste. Ihre Querschnitte durch den öffentlichen Raum wurden dadurch zu Karten einer digitalen Landvermessung des Unsichtbaren.
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