Snowden: Neue Technik muss Privatsphäre schützen

Snowden: Neue Technik muss Privatsphäre schützen
Während der diesjährigen "HOPE X"-Konferenz nutzte der Whistleblower und Ex-NSA-Mitarbeiter Edward Snowden die Gelegenheit, um zu den Besuchern zu sprechen. Via Videoübertragung aus dem russischen Asyl rief der Whistleblower Entwickler auf, sich für den Schutz von Privatsphäre und Grundrechten einzusetzen und Sicherheitsmechanismen verstärkt in die Entwicklung mit einfließen zu lassen.

Am vergangenen Wochenende fand in New York City bereits zum zwanzigsten Mal die "HOPE X“-Konferenz statt. "HOPE" steht für "Hackers On Planet Earth" und widmet sich dementsprechend allem, was nur ansatzweise mit Hacking zu tun hat. Während der diesjährigen Veranstaltung wurde den Besuchern unter anderem eine Live-Schaltung mit Whistleblower Edward Snowden geboten. Es war Snowden offenbar ein großes Anliegen einen Aufruf an die Entwickler zu starten, Systeme zu entwickeln, deren Aufgabe es ist, Privatsphäre und Grundrechte gleichermaßen zu schützen. Snowden gab während seiner Rede an, sich zukünftig der Entwicklung von Sicherheitstechnologien zu widmen, die eben diesem Zweck dienen. Verschlüsselung sei der erste Schritt, um der breit gestreuten Überwachung Einhalt zu gebieten. Allerdings sei dies noch nicht genug; neue Sicherheitsprotokolle und Netzinfrastrukturen müssten entwickelt werden. "Es endet nicht mit der Verschlüsselung – es beginnt mit der Verschlüsselung", so Snowden. Das Überwachungsprogramm der Regierung ermöglicht das Sammeln und Auswerten von unzähligen personenbezogenen Daten, unabhängig davon, ob konkreter Verdacht besteht oder nicht. Deshalb sei es an den Anwesenden der Konferenz, die Grundrechte und den Schutz der Privatsphäre in die Programme und Sicherheitszertifikate einzubetten, auf die sich die tagtägliche Kommunikation stützt, um so eine bessere Zukunft zu gestalten. Mittel und Fähigkeiten seien vorhanden, jetzt müsse nur noch die Technologie geschaffen werden, die sowohl die Verbindungen als auch den Inhalt vor den neugierigen Blicken der Regierung schützt.

Gleichgewicht zwischen Regierung und Bürger müsse wieder hergestellt werden

Snowdens Absicht sei es, auf eben jenem Gebiet tätig zu werden. Im Wortlaut sagte er: "Und das ist genau das, worin ein großer Teil meiner Arbeit einfließen wird und ich hoffe, dass ihr euch mir anschließt und damit auch für Pressefreiheit einsteht und jede andere Organisation, die daran arbeitet." Wie der junge US-Amerikaner erklärte, nutzen Regierungen zum Enttarnen von Journalisten und Whistleblowern die gleichen Techniken wie zum Enttarnen von Spionen. Zukünftige Sicherheitsprotokolle müssten sämtlichen Traffic-Analysen Stand halten können und zudem Mechanismen involvieren, die das Nachverfolgen von Content und Verbindungen schwerer machen – "selbst wenn es gewisse Performance-Einbußen gäbe". Die heutige Technologie erlaubt den Behörden Informationen über Bürger im nie dagewesen Ausmaß zu sammeln, allerdings könne diese Technik auch genutzt werden, um das Verhältnis zwischen Bürger und Regierung wieder in ein Gleichgewicht zu bringen, so Snowden. Voraussetzung hierfür seien die Entwickler, die sich dem Schutz der Privatsphäre verschreiben. "Wir müssen Software als Mittel ansehen, das unserer Freiheit Ausdruck verleiht, aber gleichermaßen auch als Mittel, das unsere Freiheit schützt."

Snowden hält sich weiterhin in Russland auf, wo ihm noch politischen Asyl gewährt wird. Die Videoübertragung von der "HOPE X"-Konferenz könnt ihr sowohl über Livestream.com als auch YouTube.com anschauen. /rc

Bild-Quellen:
flickr.com

News Redaktion
am Montag, 21.07.2014 17:36 Uhr

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