Gameover Zeus: Gefährliches Botnetz zerschlagen

Gameover Zeus: Gefährliches Botnetz zerschlagen
Dem FBI ist in Zusammenarbeit mit Europol, der englischen National Crime Agency und verschiedenen privaten Unternehmern ein Schlag gegen das Botnetzwerk Gameover Zeus gelungen. Das Botnetz infizierte weltweit bis zu eine Million Computer und erlaubte es seinen Betreibern die Bankdaten der Betroffenen zu stehlen, um damit anschließend deren Konten zu plündern.

Spam-Mail ist grundsätzlich schon nervig genug, oftmals versteckt sich dahinter jedoch eine noch viel böswilligere Absicht. Die Betreiber des Gameover-Zeus-Netzwerks infizierten die Computer ihrer Opfer etwa über Mails, die den Anschein machten, als wären sie von einer Bank verschickt worden. Im Anhang befände laut der Mail eine Aufstellung der letzten Kreditkarten-Transaktionen befinden – in Wahrheit wird der entsprechende PC nach dem Download der Datei infiziert.

Anschließend schaltet sich der Trojaner beim Online-Banking zwischen die Webseite der Bank und den Nutzer und fängt die Login-Daten samt der Sicherheitsfragen ab, wodurch die Angreifer anschließend das entsprechende Konto leerräumen können. Seitdem der Trojaner im Jahre 2011 das erste Mal auftauchte, infizierte er weltweit zwischen 500.000 und eine Million PCs, wie Cnet berichtet. Insgesamt sei so ein Schaden von über 100 Millionen US-Dollar entstanden.

Zusammen mit Gameover Zeus wurde auch noch die sogenannte Ransomware Cryptolocker auf den PC geladen. Der Virus verschlüsselt die Daten des Opfers, und verhindert einen künftigen Zugriff. Anschließend geben die Cyberkriminellen dem Betroffenen die Möglichkeit, ihnen den Schlüssel für eine bestimmte Geldsumme abzukaufen. Da die Daten sonst nicht mehr entschlüsselt werden konnten und damit verloren gewesen wären, sahen sich einige Opfer gezwungen, der Erpressung nachzugeben. Über 27 Millionen US-Dollar konnten die Verbrecher dadurch bisher erpressen.

Verantwortlicher Hacker sitzt in Russland

Dem FBI gelang es nun in Zusammenarbeit mit Interpol, der National Crime Agency (NCA) in Großbritannien sowie privaten Unternehmen wie Symantec und Tripwire, die zentralen Command-and-Control-Server auszuschalten, wodurch die Kriminellen vorübergehend die Kontrolle über das Botnetz verloren. Laut der NCA haben Nutzer nun etwa zwei Wochen Zeit, um ihren PC zu scannen und sich von dem Trojaner und Virus zu befreien. Ein entsprechendes Werkzeug stellte Symantec zur Verfügung.

Der russische Hacker Evgeniy Mikhailovich Bogachev ist der Kopf der kriminellen Bande, die in den vergangenen Jahren mehrere Millionen US-Dollar erpresste und stahl. In den USA wurde Anklage unter anderem wegen Betrugs, Geldwäsche und Computer-Hackings erhoben. Da der Angeklagte in Russland lebt, ist es jedoch unwahrscheinlich, dass es zu einer Gerichtsverhandlung kommen wird. /rs

Bild-Quellen:
wikipedia.org

News Redaktion
am Dienstag, 03.06.2014 17:09 Uhr

Zuletzt aktualisiert am Uhr





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