Facebook stellt E-Mail-Dienst wegen geringer Nutzung ein

Facebook stellt E-Mail-Dienst wegen geringer Nutzung ein
Das Hauptquartier von Facebook in Menlo Park hat gestern die Einstellung des E-Mail-Dienstes @facebook bekannt gegeben. Nach knapp dreieinhalb Jahren Betrieb wird der Dienst aufgrund zu geringer Nachfrage dicht gemacht. Stattdessen wolle man sich bei Facebook auf die Verbesserung der "Mobile Messaging Experience" konzentrieren, so ein Unternehmenssprecher.

Im November 2010 stellte Mark Zuckerberg, Geschäftsführer und Gründer von Facebook, den E-Mail-Dienst @facebook vor und versprach eine sinnvolle Ergänzung des Social Networks – etwas mehr als drei Jahre später ist klar: Das Experiment ist in die Hose gegangen, niemand nutzt den Dienst. Entsprechend hat das US-amerikanische Unternehmen gestern die Einstellung des Dienstes bekannt gegeben.

"Wir führen diese Änderung ein, da die meisten Leute ihre Facebook E-Mail-Adresse nicht nutzen", erklärte ein Sprecher des Unternehmens gegenüber cnet.com. "Stattdessen konzentrieren wir uns darauf, die Mobile Messaging Experience zu verbessern." Zu diesem Zweck hat Facebook offenbar auch den Kurznachrichtendienst WhatsApp gekauft – mit weiteren 450 Millionen Kunden steht Facebook im Mobile-Bereich exzellent da. Nun muss sich allerdings zeigen, ob es dem Web- und Mobile-Konzern gelingen wird, die Nutzer zu halten und weitere Smartphone-Nutzer zum Download der App zu bewegen. Erste Reaktionen der Zielgruppe sprechen dagegen, kann derzeit doch eine massive Migration der Nutzer hin zu alternativen Messenger-Diensten wie Telegram beobachtet werden.

Nach Abschaltung: Weiterleitung an privates Postfach

Der Facebook E-Mail-Dienst, der direkt mit den Nachrichten- und Chat-Funktionen des sozialen Netzwerkes verknüpft war, wurde im Vorfeld als potenzieller Gmail-Killer angepriesen, auch wenn Facebook stets darauf bestanden hat, dass es sich bei der neuen Funktion nicht um einen klassischen E-Mail-Dienst, sondern vielmehr um eine Erweiterung der bestehenden Kommunikationskanäle auf Facebook handelt. Die Botschaft kam aber schlussendlich nie bei den Kunden an. Der Dienst wurde nur wenig beworben und nach Veröffentlichung nur noch sporadisch weiterentwickelt.

Für diejenigen, die sich tatsächlich eine @facebook-Mail-Adresse angelegt haben, hat Facebook eine Weiterleitung eingerichtet. Die E-Mails, die an die nun nicht mehr zugänglichen Adressen geschickt werden, gehen automatisch per Weiterleitung an das E-Mail Postfach, mit dem die jeweiligen Nutzer bei Facebook registriert sind. Eine Überarbeitung ist derzeit nicht vorgesehen, das E-Mail Experiment ist damit beendet. /hb

Bild-Quellen:
deviantart.com

News Redaktion
am Dienstag, 25.02.2014 13:39 Uhr

Zuletzt aktualisiert am Uhr





Kommentare


Anzeige