RoboCup-WM: Keine deutsche Beteiligung im Kid-Size-Finale

RoboCup-WM: Kid-Size-Finale ohne deutsche Beteiligung

Bei der 17. RoboCup-Weltmeisterschaft in Eindhoven hat sich das Teilnehmerfeld am vorletzten Tag erheblich reduziert. Erstmalig seit vielen Jahren hat kein deutsches Team den Einzug in die Halbfinalspiele der Humanoid League Kid Size geschafft, bei der mit Robotern von 30 bis 60 Zentimetern Gr├Â├če gespielt wird.


Die L├╝cke, die der einstige Weltmeister DarmstadtDribblers hinterlassen hat, l├Ąsst sich nicht ohne Weiteres f├╝llen. Mehrfach fragten schon Teilnehmer nach dem Team von der TU Darmstadt, das sich selbst eine Erholungspause verordnet hat, nachdem die Roboter mehr und mehr mit Verschlei├čproblemen zu k├Ąmpfen hatten. Zudem haben die Darmst├Ądter gerade erfahren, dass sie bei der Darpa Robotics Challenge die Virtual Robotics Challenge erfolgreich bew├Ąltigt haben. Das bedeutet, dass ihnen in diesen Tagen ein humanoider Atlas-Roboter zur Verf├╝gung gestellt wird, mit dem sie an dem Wettbewerb der US-Milit├Ąrforschungsbeh├Ârde Darpa weiter teilnehmen werden, bei dem es um die Entwicklung von Robotern f├╝r Rettungseins├Ątze geht. Da muss der RoboCup vor├╝bergehend zur├╝ckstehen.

RoboCup-WM 2013

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Eindr├╝cke vom Samstag

In der Rescue League ist die TU Darmstadt mit dem Team Hector allerdings weiterhin beim RoboCup vertreten. In der Gesamtwertung d├╝rfte es Hector zwar kaum auf einen der vorderen drei Pl├Ątze schaffen, die zuletzt komplett von thail├Ąndischen Teams belegt waren. Die schweren und mit starken Kettenantrieben ausgestatteten Roboter aus Thailand ├╝berzeugen seit Jahren durch ihre ├╝berragende Mobilit├Ąt, w├Ąhrend die Darmst├Ądter sich st├Ąrker auf autonome Funktionen konzentrieren und hierf├╝r im letzten Jahr den Sonderpreis "Best in Class Autonomy" gewonnen haben.

Inzwischen gibt es auch eine Kooperation zwischen Thailand und Darmstadt: Vom Team Stabilize aus Bangkok bekommt Hector einen Roboter und stellt daf├╝r die Software zur autonomen Kartenerstellung und Lokalisierung von Opfern zur Verf├╝gung.

In Thailand hat die Robotik durch den RoboCup starke Impulse erhalten, wie Thavida Maneewarn, Pr├Ąsidentin der Thai Robotics Society im Interview erkl├Ąrt. ├ähnliches gilt auch f├╝r andere L├Ąnder wie den Iran, von wo allein das Mechatronics Research Laboratory (MRL) etwa 60 Teilnehmer nach Eindhoven entsandt hat, um in mehreren Ligen ihre Roboter in die Arenen zu schicken. In der Small Size League k├Ânnte es MRL sogar gelingen, den Weltmeister Skuba aus Thailand zu schlagen. In der Middle Size League m├╝ssen sich die iranischen Roboter aber wohl wieder dem Gastgeber TechUnited geschlagen geben, der bislang sehr ├╝berlegen und mit exzellenter Ballbeherrschung und pr├Ązisem Passspiel auftrumpft . Auch bei RoboCup@home, dem Wettbewerb f├╝r Haushaltsroboter, werden sie es kaum unter die ersten drei schaffen. Dort k├Ânnte es zu einem spannenden Wettkampf zwischen Weltmeister NimbRo (Uni Bonn) und dem st├Ąrksten Herausforderer Wright Eagle aus China kommen.

NimbRo d├╝rfte auch beim Fu├čballwettbewerb in der Humanoid League Teen Size (60 bis 120 cm) das Finale bestreiten. In der Standard Platform League haben deutsche Teams ebenfalls noch berechtigte Hoffnungen auf den Titel.

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