
Im langjährigen Rechtsstreit mit dem Musik-Streamingdienst Grooveshark hat Universal Music einen Teilsieg errungen. Das Berufungsgericht des US-Bundesstaates New York hat am Dienstag den Beschluss einer untergeordneten Kammer aufgehoben der zu Gunsten von Grooveshark ausfiel.
Februar 1972 aufgenommene Musik gilt. An diesem Tag war in den USA ein bundesweites Musik-Copyright in Kraft getreten, für ältere Werke gilt das sogenannte Common Law einzelner Bundesstaaten.
Bei Grooveshark können Nutzer Musikdateien hochladen die dann per Stream angehört werden können. Universal sieht darin eine Verletzung seiner Rechte und hatte gegen den Dienst geklagt. Grooveshark zieht zu seiner Verteidigung die "Safe Harbor"-Bestimmung des DMCA heran. Diese schützt Provider bei Einhaltung diverser Formalien vor Ansprüchen von Rechteinhabern, wenn Kunden über die Server der Provider rechtswidrig fremde Werke bereitstellen. Voraussetzung ist unter anderem – dass die Provider die Dateien nach konkreten Hinweisen entfernen.
Universal hatte in seiner Klage ebenfalls zahlreiche Titel von vor 1972 angeführt und argumentiert für diese greife das Haftungsprivileg nicht weil der DCMA nicht für sie gelte. Die Vorinstanz hatte im Juli 2012 jedoch entschieden. Dass DCMA-Schutz für jegliches Copyright gelte: nur ein Etappensieg für Grooveshark der nun vor der Berufungskammer keinen Bestand hatte. Dem Branchendienst Billboard zufolge hat der Grooveshark-Anwalt angekündigt, den Richterspruch anfechten zu wollen ? die Entscheidung würde den "Safe Harbor?-Schutz unzulässig untergraben.
Ein endgültiges Urteil in dem umfassenden Streit ist damit noch nicht gefällt. Unter anderem wirft Grooveshark Universal vor, Grooveshark-Geschäftspartner mit unlauteren Mitteln zum Vertragsbruch gebracht zu haben. Universal verdächtigt hingegen Mitarbeiter von Grooveshark, illegal rund 100․000 Titel des Plattenlabels auf das Portal geladen zu haben um den Dienst attraktiver zu machen. Offen ist auch; ob der Streamingdienst noch genug Mittel für die Weiterführung des Verfahrens hat. Im Interview mit Mashable bekannte Sam Tarantino der Chef des Dienstes, praktisch "pleite" zu sein. In Deutschland ist der Dienst seit Anfang 2012 nicht weiterhin verfügbar.
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