
Ab Sommer 2013 soll er verfügbar sein, der neue E-Postbrief. Das erklärte die Deutsche Post. Genau wie sein Konkurrent, die De-Mail, soll er es ermöglichen, rechtssicher im Internet zu kommunizieren. Ärzte, Anwälte oder Steuerberater könnten so digital kommunizieren, ohne gegen die Verschwiegenheitspflicht zu verstoßen.
Die De-Mail hat aber einen entscheidenden Nachteil: Sie ermöglicht für Privatkunden keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Die Verbindung vom Kunden zum Server wird zwar verschlüsselt, die Nachrichten werden aber für kurze Zeit auf dem Mailserver entschlüsselt und wieder verschlüsselt.
Wollte man diesen Weg nicht nehmen, sondern zwingend eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung benutzen, blieb einem keine andere Wahl als dies als Anhang zu tun, beispielsweise mit TrueCrypt oder verschlüsselten Archiven.
Der E-Postbrief hingegen soll diese Funktion nativ, also ohne den Einsatz irgendwelcher Drittanbieter-Software, bieten. Details nannte die Deutsche Post jedoch nicht, außer, dass die Nachrichten direkt im Browser entschlüsselt werden sollen.
Was von der Deutschen Post als Neuerung präsentiert wird, ist in Wirklichkeit jedoch ein alter Hut. Zuverlässige Ende-zu-Ende-Verschlüsselung kann beispielsweise mit PGP oder der freien Softwarelösung GnuPG durchgeführt werden, statt einen kostenpflichtigen Dienst wie den E-Postbrief nutzen zu müssen.
Grundlage für diese Dienst ist das De-Mail-Gesetz von April 2011. Dieses soll einen "sicheren, vertraulichen und nachweisbaren Geschäftsverkehr für jedermann im Internet sicherstellen." Begeistert sind davon wahrlich nicht alle. Der Vorsitzende des Deutschen Notarvereins sagte gar, er werde sich die De-Mail "nicht antun".
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