Das überraschende Comeback der DVD bei der Generation Z

Gen Z DVD-Comeback: Schluss mit dem Streaming-Dauerabo

Ein Trend gegen die Übermacht des Streamings


Längst für tot erläutert, erleben DVDs und Blu-rays eine Renaissance. Während große Streamingplattformen ihre Preise erhöhen und Inhalte entfernen, greifen junge Menschen wieder vermehrt zu physischen Medien. Sie bewahren sich daher den Zugriff auf ihre Lieblingsfilme und Serien unabhängig von Lizenzfragen. Dieser Trend geht primär von der Generation Z aus welche das zuvor als veraltet geltende Medium gegenwärtig entdeckt wie Zeichen gegen die Dominanz des Plattform-Ökonomiemodells.



Die Renaissance der Scheibe


Eigentlich schien die DVD der Vergangenheit anzugehören. Streaming hatte den Markt vollständig übernommen. Doch nunmehr zeichnet sich eine erstaunliche Wendung ab. Physische Medien wie die DVD, Blu-ray und 4K-Discs erfreuen sich wieder wachsender Beliebtheit. Händler berichten von steigenden Verkaufs- und Verleihzahlen. Retro-Feeling und die Lust an haptischem Besitz kursieren als zentrale Motive für das Revival.



Verlangsamter Abnahme auf dem Markt


Obgleich der Markt für physische Datenträger darüber hinaus schrumpft, verlangsamt sich die Abwärtsspirale merklich. 2025 sank die Verkaufszahl um nur noch neun Prozentsatz im Anschluss an zwei Jahren mit minus über 20 Prozent. Das zeigt eine deutliche Trendwende. Der einstige Massenmarkt für DVDs verwandelt sich langsam in einen Kuratierten Sammlermarkt der spezielles Interesse weckt.



Warum Physisches wieder attraktiv ist


Ein maßgeblicher Ursache für das Revival ist die Sehnsucht nach konstantem Besitz. Streaming bietet nur einen zeitlich begrenzten Zugriff auf Inhalte. Filme können unerwartet verschwinden Rechte werden neu vergeben und das Lieblingsprogramm verschwindet aus dem Angebot. Eigenständiges Speichern bietet Sicherheit und Eigentum. Jüngere Konsumenten so bestätigt der Filmwissenschaftler Chris Cagle schätzen die Rechte an ihren Titeln. Das physische Medium vermittelt ein Gefühl von Eigentum – etwas, das digitale Inhalte kaum bieten.



Wirtschaftliche Impulse des Trends


Lokal berichten Videotheken wie Vidiots in Los Angeles von Rekordsteigerungen. Im Januar 2026 waren 170 Filme täglich verliehen. An Spitzentagen sogar bis zu 500. Seit ihrer Wiedereröffnung 2023 haben sich die Verleihzahlen ergänzend als verdoppelt. Auch spezialisierte Firmen wie die Criterion Collection verzeichnen Umsatzanstiege. Besonders bei restaurierten Klassikern und Nischenprodukten wächst die Nachfrage. Barnes & Noble, eine der letzten großen Händler für physische Medien, spricht von deutlichen zweistelligen Wachstumsraten. Junge Käufer bestimmen das aktuelle Marktgeschehen.



Kultur des aktiven Entdeckens


Der Trend erinnert an den Vinyl-Boom der 2010er. Während Streaming bequem ist – fehlt ihm die Langfristigkeit. Vinyl-Records standen für bewussten Umgang mit Musik. Aktuell übernimmt die DVD im Filmbereich diese Rolle. Das gemeinsame Stöbern ersetzt das endlose Scrollen fördert Austausch und soziale Interaktion. Junge Cineasten suchen gezielt nach Regisseuren wie David, Lynch oder Produktionen von A24 die oft auf Streaming-Plattformen nicht erreichbar sind. Physische Medien enabeln aktives Entdecken und gemeinsames Erleben.



Die Sehnsucht nach Beständigkeit in unsicheren Zeiten


Geboren im Zeitalter von Pandemie, Lockdowns wirtschaftlicher Unsicherheit und Klimawandel sehen Mitglieder der Generation Z die alten Jahrzehnte als stabiler. Nostalgie dient als Ausweg aus der digitalen Reizüberflutung. TikToks mit alten Discmans – iPods und positiv sortierten DVDs unterstreichen diesen Wunsch nach Analogerem. Svetlana Boym nennt Nostalgie eine Rebellion gegen die Modernität; ähnlich verfährt die Z-Generation mit ihrer Rückbesinnung auf physische Medien.



Physisches als Zeichen kultureller Selbstbestimmung


Das Comeback der DVDs verdeutlicht eine Skepsis gegenüber digitalem Besitz. Die Generation Z will Plattformabhängigkeit einschränken und das Eigentum an Medien wieder erleben. Trotz des unbestrittenen Siegs des Streamings bleibt die physische Scheibe ein Zeichen für Unabhängigkeit und Selbstbestimmung. Die DVD ist kein Killer der Streaming-Dienste, vielmehr ein Gegenbewegung die auf Schwächen der Plattform-Ökonomie setzt. Die Scheibe war nie faktisch tot – sie hat nur gewartet.






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