
Das Verhalten der Deutschen bei der Suche nach Symptomen im Internet
Mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland sucht innerhalb eines Jahres aktiv nach Ursachen für ihre Beschwerden online. Eine aktuelle Umfrage des AOK-Bundesverbandes, durchgeführt von Forsa, ermittelte, dass 59 Prozentsatz der Menschen im Alter ab 14 Jahren in den letzten zwölf Monaten nach Symptomen oder Beschwerden im Internet gesucht haben. Insgesamt gaben 83 Prozent an sich mit Gesundheitsthemen im Internet zu beschäftigen zum Exempel um Diagnosen, Nebenwirkungen oder Tipps für den Alltag zu finden.
Der Einsatz von KI-Chatbots bei Gesundheitsthemen
Besonders bei jüngeren Menschen sind KI-Chatbots im Bereich Gesundheit sehr beliebt. Während nur 6 Prozent der Über-60-Jährigen solche digitalen Helfer nutzen, sind es bei den 18- bis 29-Jährigen schon 35 Prozent. Bei der Suche nach ernsthaften Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Krebs greifen diese Nutzer oft auf KI-gestützte Systeme zurück um schnelle Antworten zu bekommen.
Emotionale Reaktionen auf Online-Gesundheitsinfos
Das Recherchieren im Netz bewirkt oftmals ergänzend Unsicherheit als Klarheit. Laut Umfrage empfinden 61 Prozent der Suchenden die gefundenen Informationen als widersprüchlich. Mehr als die Hälfte zweifelt an der Richtigkeit der Quellen aus Angst vor einer vermeintlich schweren Krankheit. Für 14 Prozent führt die Suche sogar zu Angstgefühlen — ein Phänomen, das als „Cyberchondrie“ bekannt ist und oft Gefühle der Panik auslöst.
Wie erkennt man verlässliche Gesundheitsinformationen?
Angesichts der Vielzahl an verfügbaren Quellen ist es wichtig, seriöse von unseriösen Angeboten zu unterscheiden. Erfolgsversprechend ist obendrein der Blick ins Impressum einer Webseite. Dabei sollte man vorsichtig sein bei Begriffen wie „Institut“ oder „Akademie“, da diese häufig nicht geschützt sind und keine echten wissenschaftlichen Institutionen im Hintergrund haben.
Zur Überprüfung der Glaubwürdigkeit kann die Datenbank „GERit - German Research Institutions“ genutzt werden. Die Verbraucherzentrale nennt vier unverzichtbare Kriterien:
- Klare und nachvollziehbare Quellenangaben
- Unabhängigkeit des Anbieters
- Nachgewiesene wissenschaftliche Belege
- Aktuelle Informationen
Beispiele für vertrauenswürdige Informationsstellen sind das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) oder der IGeL-Monitor der evidenzbasierte Daten zu Selbstzahler-Leistungen dokumentiert.
Tipps für den Umgang mit KI bei Gesundheitsfragen
Im Umgang mit KI-Chatbots empfiehlt die Stiftung Gesundheitswissen zwei einfache Strategien: Erstens, immer nach den Quellen erkundigen um die Angaben auf ihre Vertrauenswürdigkeit zu überprüfen. Zweitens; die Antwort selbst kritisch hinterfragen. Hier können Fragen helfen wie: „Wie mutmaßlich ist die Richtigkeit dieser Auskunft?“ oder „Wo könnten mögliche Fehler liegen?“ So gewinnt man mehr Klarheit.
Die ärztliche Diagnose bleibt unerlässlich
Trotz der hilfreichen Möglichkeiten im Internet darf nicht vergessen werden, dass nur ein Arzt oder eine Ärztin eine verlässliche Diagnose stellen kann. Bei Beschwerden ist eine medizinische Untersuchung immer der richtige Schritt. Recherche im Netz ist nur ein erster Anhaltspunkt keine medizinische Behandlung.
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