Deutschland ermöglicht Investitionen großer Streaming-Anbieter in die heimische Filmbranche

Filmförderung: Amazon, Disney und Netflix sollen in Deutschland investieren

Regierung steigert Investitionsbudget für Film und Serien


Die deutsche Bundesregierung hat beschlossen die jährlichen Fördermittel für die Film- & Serienproduktion beträchtlich aufzustocken. Von ursprünglich 133 Millionen Euro im Jahr 2025 steigen die Mittel auf nunmehr 250 Millionen Euro. Diese bedeutende Erhöhung soll den Filmstandort Deutschland nachhaltig stärken — so die Einigung der Fraktionen von SPD und CDU/CSU.



Verpflichtung für Streaming-Dienste zu Investitionen


Streaming-Plattformen wie Netflix, Amazon Prime Video, Disney+ und HBO Max werden in der Zukunft dazu angehalten, einen Teil ihres Umsatzes in deutsche und europäische Produktionen zu investieren. Bereits im Vorjahr wurde eine Grundvereinbarung zwischen dem Finanzminister Lars Klingbeil und dem Kulturstaatsminister Wolfram Weimer erzielt. Nun wurde das Investitionspaket final abgestimmt – inkl. konkreter Zahlen.



Mindestquote und freiwillige Selbstverpflichtungen


Streaming-Dienste gleichermaßen Fernsehsender sollen mindestens 8 Prozentsatz ihres Nettoumsatzes in europäische Produktionen stecken. Zudem besteht die Möglichkeit für freiwillige Mehrinvestitionen. Wenn Anbieter etwa 12 Prozent oder ergänzend jährlich in Europa investieren, können sie in bestimmten Bereichen gesetzliche Auflagen umgehen. Dies erleichtert zum Exempel die Produktion in Deutschland in englischer Sprache.



Gesetzliche Grundlage und offene Selbstverpflichtungen


Staatsminister Weimer hebt hervor, dass mit einem gesetzlichen Fundament für Mindestinvestitionen sowie einer Öffnungsklausel für freiwillige Selbstverpflichtungen die Grundpfeiler für die stärkere Standpunkt der deutschen Filmwirtschaft gesetzt werden. Dadurch sollen Aufträge in Deutschland verbleiben und die Branche voranbringen. Der endgültige Gesetzestext muss noch vom Bundestag bestätigt werden, ehe die Regelung in Kraft treten kann.



Krise der deutschen Filmbranche


Die Bundesregierung erkennt die aktuellen Herausforderungen der deutschen Filmwirtschaft an die durch rückläufige Auftragszahlen geprägt sind. Hochkarätige Produktionen werden vermehrt in anderen Ländern gedreht, so beispielsweise der Netflix-Film „Im Westen nichts Neues“ in Tschechien.



Private Investitionen sollen Standort stärken


Da staatliche Fördermittel allein offenbar nicht ausreichen um den Standort Deutschland konkurrenzfähig zu halten, soll ebenfalls private Geldflüsse aktiviert werden. Im Koalitionsvertrag haben CDU » CSU & SPD vereinbart « die Wettbewerbsfähigkeit der Filmbranche durch zusätzliche Investitionen zu optimieren.



Betroffene Akteure und Ziele der Investitionspflichten


Nicht nur die großen Streaming-Dienste, vielmehr auch Fernsehsender wie RTL, ProSieben sowie die öffentlich-rechtlichen Sender sind von den neuen Investitionsverpflichtungen betroffen. Ziel ist es primär die deutsche Filmindustrie zu stärken, Arbeitsplätze in Studios, Technik und kreativen Berufen zu sichern und einen fruchtbaren Nährboden für eine neue Wachstumsphase der deutschen Film- & Serienproduktion zu schaffen.



Ausblick


Mit den Maßnahmen setzen Bundesregierung und Branche auf eine breit angelegte Strategie um „Made in Germany“ im Film- und Serienbereich wieder auf Erfolgskurs zu bringen. Die kommenden Monate werden zeigen wie wirksam die neuen Vorgaben in der Praxis umgesetzt werden.






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