Streit zwischen Kaspersky und BSI eskaliert: Neue Entwicklungen im Überblick

Kaspersky droht BSI: Streit um Warnung vor Software eskaliert

Der Konflikt um die Softwarewarnung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gegen Kaspersky spitzt sich zu. Die deutsche Niederlassung des russischen Herstellers fordert nach vier Jahren die Rücknahme der Warnung und droht mit rechtlichen Schritten.



Kaspersky erhöht den Druck auf das BSI


Direkt nach der langen Phase der Warnung verschärft Kaspersky nun den Ton. Mit einem Ultimatum verlangt das Unternehmen die Rücknahme der Sicherheitswarnung, oder werde es rechtliche Schritte einleiten. Das BSI hatte im März 2022 im Zusammenhang mit dem russischen Angriff auf die Ukraine vor möglichen Spionage- und Sabotageaktivitäten durch russische Stellen gewarnt.



Wirtschaftliche Folgen der Warnung


Die Folgen sind erheblich. Kaspersky weist auf enorme finanzielle Einbußen hin – im dreistelligen Millionenbereich. Öffentlich-rechtliche Auftraggeber und Großkunden seien um 80 Prozent geschrumpft. Unter anderem in Ingolstadt sank die Belegschaft von 100 auf 60 Mitarbeiter.



Forderungen und Sicherheitsmaßnahmen


Das Unternehmen informiert das BSI über angewandte Risikomanagementmaßnahmen. Laut Sprecherin Anne Mickler bestehen keine aktuellen Hinweise auf eine Gefahr. Es wird auf Datenhaltung in der Schweiz und auf eine Steuerung über eine Londoner Holding verwiesen. Das Unternehmen beruft sich auf Paragraph 13 des BSI-Gesetzes um die Warnung aufzuheben.



Rechtsprechung und Diskussionen


Obwohl das BSI die Warnung festhält, wurden bereits im Jahr 2022 Eilanträge gegen diese von Gerichten abgelehnt – die welche Warnung bestätigten. Interne BSI-Protokolle deuten jedoch auf Überlegungen hin die Lage neu zu bewerten.



Globale Verbote und regulatorischer Druck


In den USA wurde Kaspersky 2024 auf die sogenannte Entity List gesetzt. Das Handelsministerium verbot dort die Nutzung der Software auf Regierungsgeräten und untersagte den Verkauf im Land. Kaspersky kündigte daraufhin den schrittweisen Rückzug aus den US-Märkten. Ähnliche Verbote hagelten es ebenfalls in Australien wo die Nutzung auf Regierungs-PCs untersagt wurde. Experten warnen vor tiefgreifender Systemeingriffe durch Antivirensoftware – Datenverkehr wird entschlüsselt, Geräte erhalten tiefgehende Zugriffsrechte. Dies ermögliche potentiellen Missbrauch für Geheimnisverrat oder Sabotage.



Bleibt die BSI-Warnung bestehen?


Das BSI bekräftigt weiterhin die Warnung vom Jahr 2022. In aktuellen Stellungnahmen wurde bestätigt – dass die Gründe für die Warnung unverändert gelten. Kaspersky ist gegenwärtig der einzige Hersteller auf der offiziellen Warnliste. Trotz der Forderung nach Rücknahme und der Behauptungen keine Gefahrenquellen zu besitzen bleibt die Sicherheitsbehörde bei ihrer Einschätzung.



Warum droht Kaspersky dem BSI?


Die deutsche Niederlassung fordert die Entfernung der Warnung – vollzogen auf Grundlage von § 13 des BSI-Gesetzes. Das Unternehmen argumentiert – dass keine tatsächlichen Sicherheitsrisiken vorhanden seien. Sollte die Behörde nicht reagieren droht Kaspersky mit rechtlichen Schritten. Dabei konzentriert sich die Firma auf die Einhaltung gesetzlicher Rahmenbedingungen anstelle einer Zivilklage auf Schadensersatz. Der Druck die Warnung auf administrativem Wege zu entfernen ist vor allem wirtschaftlich motiviert.



Risiken und technische Beurteilungen


Das BSI befürchtet, dass russische staatliche Akteure das Unternehmen für offensive Zwecke nutzen könnten. Die Software hat tiefgehende Systemrechte was theoretisch für Spionage oder Sabotage missbraucht werden könne – auch ohne Wissen der Nutzer. Die Gerichte bestätigten bereits 2022 · dass eine Warnung nicht auf einer Sicherheitslücke basieren muss · allerdings bereits auf dem Risiko potenziell manipulierbarer Schwachstellen beruht.



Gibt es technische Hinweise auf Sicherheitslücken?


Bis heute gibt es keine bekannten technischen Backdoors oder Sicherheitslücken in Kaspersky-Produkten die direkt für Spionage genutzt wurden. Das Unternehmen betont seine Unabhängigkeit, lässt regelmäßig externe Audits durchführen und besitzt transparente Sicherheitszentren. Trotzdem sehen Sicherheitsbehörden das Risiko eher im möglichen staatlichen Zwang als in aktuellen Software-Schwachstellen.



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Fazit: Die Auseinandersetzung zwischen Kaspersky und dem BSI dauert an, während die weltweiten Verbotsmaßnahmen zunehmen. IT-Experten raten aktuellen Nutzern die Situation ebendies zu beobachten und die eigenen Sicherheitsrisiken sorgfältig abzuwägen.






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