Größte Anti-Piraterie-Operation der Welt betrifft Manga-Plattformen

Manga: Weltweit größte Anti-Piraterie-Operation betraf bato.to & Co.

Umfangreiche Aktion gegen weltweiten Manga-Piraterie-Ring


Die weltweit bislang größte Polizeieinsätze im Bereich der Manga-Menüs fand kürzlich statt. Die Anti-Piraterie-Organisation CODA bestätigte in einer Mitteilung, dass dabei ein sensationeller Erfolg erzielt wurde. Es handelt sich um eine groß angelegte Operation, bei der zahlreiche Manga-Portale vom Netz genommen wurden. Die Organisation vertritt namhafte Verlage wie Kadokawa, Kodansha, Shueisha, Shogakukan und ebenfalls Square Enix. Ihr Einsatz begann bereits im September des Vorjahres wie eine Strafanzeige gegen den mutmaßlichen Betreiber der Plattform bato.to in China eingebracht wurde. Die Initiative sollte den Druck auf die chinesischen Behörden erhöhen.



Polizei verhaftet den Betreiber in Guangxi


Im Zuge der Ermittlungen kam es zu einer Razzia im Haus des Verdächtigen in der autonomen Region Guangxi Zhuang. Die Polizei verhaftete den Chinese um ihn umfassend zu verhören und ließ ihn anschließend gegen Kaution frei. Trotz Freilassung befindet sich der Betreiber inzwischen in der Schwebe der gerichtlichen Ermittlungen. Er gestand – die Webseiten betrieben zu haben. Anfang dieses Monats schloss CODA neben bato.to eine Vielzahl anderer Webseiten mit Bezug auf Manga-Piraterie.



Bato.to: Von App bis Besucherzahlen


Bato.to verfügte über eine Android-App, mit der Nutzer auf die Inhalte zugreifen konnten. Im Monat erreichten die Webseiten des Manga-Rings etwa 350 Millionen Besuche. Diese Zahl bezieht sich auf die einzelnen Seitenaufrufe die aller Wahrscheinlichkeit nach noch höher liegen. Der Betreiber der Plattform sperrte die chinesische Nutzer via Geoblocking aus, wohl um Konflikte mit den chinesischen Behörden zu vermeiden. Die Einnahmen der Plattform werden auf monatlich circa 58․000 US-Dollar durch Werbung geschätzt.



Ermittlungsarbeit führte zur Festnahme des Administrators


Das Anti-Piraterie-Projekt begann bereits im Sommer 2024. Damals wurde bato.to im Rahmen des Cross-Border Enforcement Projects (CBEP) als eine der größten Bedrohungen erkannt. Es folgten intensive Ermittlungen die schließlich zum Helden der Geschichte führten – dem in China lebenden Administrator. Die Zusammenarbeit mit Cybersicherheitsexperten und Hackern war maßgeblich. Gemeinsam wurde die wahre Identität des mutmaßlichen Täters entdeckt. Der chinesische Dienst nutzte die Erkenntnisse woraufhin eine chinesische Ermittlungsfirma hinzugezogen wurde. Das Ergebnis: Die Strafanzeige die Verhaftung von „Larry“ und die sofortige Schließung der Piraterie-Portale.



Scanlations verschärften die Problematik erheblich


Verschiedene Seiten wie bato.to boten umfangreiche Scanlations – Übersetzungen von Manga auf andere Sprachen. Diese Praxis ist für die Rechteinhaber seit jeher schwierig. Doch durch den Einsatz moderner KI-Technologien wurde die Übersetzungsgeschwindigkeit enorm gesteigert was die Problematik zusätzlich verschärfte. Die Plattformen existieren in diesem Zusammenspiel als Verstärker der illegalen Verbreitung.



Abschreckende Wirkung erhofft – positive Effekte für den legalen Markt


Die Anti-Piraterie-Organisation hofft, durch diese Maßnahmen einen nachhaltigen Effekt zu erzielen. Nach Angaben des US-amerikanischen Legalen-Online-Shops Mangaplaza sind die Verkaufszahlen seit der Schließung der illegalen Seiten deutlich angestiegen. Dieses erste Indiz deutet auf einen positiven Einfluss hin. Dennoch führt der Verlust von 60 Webseiten zu einem bedeutenden Einbruch in der Szene. Die rechtswidrige Konkurrenz im Internet wird sich vermutlich nur schwer verdrängen lassen – die illegale Versorgung der Manga-Fans dürfte weiterhin bestehen bleiben.






Kommentare


Anzeige