
Ein innovativer Test unter Laborbedingungen Enthüllt
In einer aktuellen Untersuchung des ADAC, veröffentlicht im Rahmen eines Labor-Wintertests, zeigt sich, dass moderne Elektroautos ebenfalls bei niedrigen Temperaturen gut für Langstrecken geeignet sind. Das Testergebnis sagt jedoch auch aus – hoher Tempoeinsatz und frostige Temperaturen beeinflussen Verbräuche erheblich. Kritisch bleibt die Verbindung zwischen Ladeleistung & Reichweite die beide durch Kälte gedehnt werden.
Familiäre Elektroautos im Fokus des breiten Testfelds
Das Testerfeld umfasst Fahrzeuge die bei Familien eine hohe Akzeptanz besitzen. Der ADAC wählte 14 Modelle aus die mindestens die Note "befriedigend" beim Kriterium "Familie" und eine WLTP-Reichweite von mindestens 500 km erzielten. Der Rahmen lag bei einem maximalen Kaufpreis von 100.000 Euro. Die Bandbreite reicht vom Mercedes-Benz EQE SUV 350+ bis zum Skoda Elroq für 43.900 Euro. Zur Auswahl stehen Modelle wie der Audi A6 Avant e-tron, BMW i5 Touring, BYD Sealion 7, Hyundai Ioniq 5, Kia EV6, Opel Grandland Electric, Polestar 4, Porsche Macan, Smart
#5, Tesla Model Y, Volvo EX90 und VW ID.7 Tourer.
Realistische Testbedingungen: München-Berlin bei 0 °C
Alle Fahrzeuge absolvieren einen simulierten Streckenlauf von München nach Berlin auf der Autobahn – 582 km – bei dauerhaftem Richtgeschwindigkeit von 130 km/h. Für die exakte Nachbildung wurden die Daten vom ADAC-Technikzentrum mittels eines computergesteuerten Prüfstands realitätsnah programmiert. Die Fahrtzeit beläuft sich auf 5 Stunden und 15 Minuten mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 111 km/h.
Wärme & Stromfluss – die Kältefaktoren
Der Prüfstand wurde auf 0 °C eingestellt. Die Heizung im Fahrzeug die zum Komfort beiträgt, wurde angepasst auf 20 bis 23 °C auf Kopfhöhe des Fahrers. Der Akku wurde vollständig geladen und das Fahrzeug vorgekonditioniert. Zu Beginn startete der Test ohne Akkuheizung da der realistische Fall den meisten Nutzern entspricht. Beim Entladen wurde die Batterie so lange genutzt bis die Leistung nicht weiterhin für eine durchgehende Reise ausreichte. Ein erneutes Laden an einem 300 kW Schnelllader erfolgte um die Ladezeiten zu analysieren. Das Laden wurde bei etwa 10 % Batteriestand geplant was den Alltagsszenarien entspricht.
Reichweiten und Ladeverhalten im kühlen Winter
Mit 23,2 kWh/100 km zeigt der Audi A6 Avant e-tron die beste Effizienz. Er erzielt eine Reichweite von 441 km und lädt in 20 Minuten auf 300 km Reichweite nach. Der Tesla Model Y folgt mit einer Effizienz von 22,2 kWh/100 km. Bei den bestwertigen Fahrzeugen liefert der Audi die beste Verhältnis-Performance. Volvos EX90 und das BYD Sealion 7 weisen eine geringere Effizienz auf – sie erreichen nur eine ausreichende Note.
Spannungsebene beeinflusst Ladegeschwindigkeit
Stark ins Gewicht fällt bei den Modellen die Spannungsebene. Autos mit 800-Volt-Systemen, ebenso wie der Audi A6, zeigen die höchsten Ladeleistungen. Einzig der VW ID.7 Tourer – mit 400-Volt-Technologie – schafft mehr als 200 km Nachladung in 20 Minuten. Die anderen » voll auf 800 Volt setzt « erreichen bis zu 300 km Ladung in der gleichen Zeit.
Physik ist unüberwindbar
Der Test verdeutlicht: Trotz technischer Fortschritte gilt weiterhin, dass bei Frost die Effizienz von Elektroautos abnimmt. Das zeigt sich auch in den Abweichungen von WLTP-Werten – bei Temperaturen um 0 °C liegt der tatsächliche Verbrauch durchschnittlich 57 Prozent über den Normwert. Hyundai Ioniq 5 zeigt mit 69 Prozent die größte Differenz, Tesla Model Y fällt mit 40 Prozent weniger stark auf.
Kommentare
: Elektroautos bewähren sich im Winter
Moderne Elektroautos sind ebenfalls bei Kälte durchaus einsatzfähig für lange Strecken. Allerdings beeinflusst die Witterung die Reichweite erheblich – eine Tatsache die Nutzer bei Planung und Ladeverhalten beachten sollten. Die bessere Ladeleistung durch 800-Volt-Technologie verhilft einigen Modellen zu einem klaren Vorteil. Insgesamt bestätigt der Test, dass bei kaltem Wetter die in den Verkaufsunterlagen angegebenen WLTP-Reichweiten nur bedingt realistisch sind – vor allem bei Autobahntempo im Winter.