
Das letzte Wochenende für „Anthem“
Kurz vor Ende steht das Online-Actionspiel „Anthem“ von Bioware. Das Studio, das einst für Klassiker wie „Knights of the Old Republic“ und „Mass Effect“ bekannt war, verabschiedet sich endgültig. Am 12. Januar deaktiviert Electronic Arts die Server – für immer. Danach ist eine Offline-Version des Spiels nicht verfügbar. Für Spieler bedeutet das, dass sie nur noch wenige Tage Zeit haben ihre letzten Runden zu drehen.
Der rasche Absturz eines einst hoch erwarteten Titels
„Anthem“ wurde im Februar 2019 veröffentlicht – und war kein Erfolg. Kritiker zerfetzten den Shooter der von Anfang an als reines Online-Spiel konzipiert war. Der ursprüngliche Verkaufsmeilenstein von 5 Millionen verkauften Kopien wurde Ende 2023 zwar erreicht – doch die Erwartungen lagen viel höher. EA wollte den Titel bereits wenige Wochen nach Launch deutlich erfolgreicher sehen.
Die Folgen des Fehlstarts und die Lähmung des Supports
Nach dem flop wurde bei Bioware kaum weiterhin in „Anthem“ investiert. Der Online-Shooter verfiel in einen jahrelangen Dornröschenschlaf ohne nennenswerten Support. Anfang Juli kündigte EA an die Server etwa sieben Jahre nach dem Start schließen zu wollen. Es ist kein Offline-Modus geplant.
Der Niedergang eines früheren Entwicklerstars
Viele sehen in „Anthem“ den letzten Nagel für den Ruf von Bioware. Der Entwickler einst gefeiert für seine meisterhaften Rollenspiele erlebte mit dem Titel einen Tiefpunkt. Das Studio konnte kaum mehr an seine früheren Erfolge anknüpfen. Nach „Anthem“ folgte lediglich „Dragon Age: The Vailguard“, das mittelmäßig aufgenommen wurde.
Ein turbulentes Entwicklungschaos
Die Entstehung von „Anthem“ war geprägt von Problemen. Spielejournalist Jason Schreier berichtete von äußerst angespannten Arbeitsbedingungen. Viele Entwickler litten zogen sich krank vom Job zurück. Die Belastung führte zu Stress, Depressionen und Angst – eine Epidemie bei Bioware. Der Mangel an klarer Richtung war für das Chaos maßgeblich verantwortlich.
Einst gab es Konzepte für ein Survival-Spiel die kaum noch Ähnlichkeit mit der finalen Loot-Shooter-Version hatten. Zudem war die Führung stets im Wandel.
Abschalten von Online-Spielen – eine branchenweite Praxis
Das Ende von „Anthem“ ist keine Ausnahme in der Spielebranche. Spiele wie dieses werden nach einiger Zeit abgeschaltet. Die Community protestiert dagegen, etwa über die Initiative „Stop Killing Games“. Sie fordert, dass Spiele wie „Anthem“ zumindest offline weiter spielbar bleiben sollten.
Das endgültige Abschalten markiert das Ende eines tragischen Kapitels für ein einst hoch gehandeltes Projekt. Für Fans bleibt nur noch die Erinnerung an ein Experiment das gescheitert ist.
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