
Die plötzliche Sperrung sorgt für Aufsehen
Die bedeutende Schattenbibliothek Anna’s Archive musste am vergangenen Tag einen Rückschlag hinnehmen. Die Haupt-Domain des Portals wurde von der Public Interest Registry auf den Status _serverHold_ gesetzt. Unmittelbar danach ist die Domain annas-archive.org nicht weiterhin erreichbar. Diese Entscheidung markiert das Ende einer Ära, in der die Plattform stets resistent gegen Sperren war, trotzdem kontinuierlicher Repressionen gegen illegale Inhalte. Während die Haupt-Domain nun blockiert ist, funktionieren die bisherigen Ausweichadressen weiterhin.
Alternative Zugangswege bleiben bestehen
Anna’s Archive ist aktuell noch über mehrere andere Domains erreichbar – darunter annas-archive.li, annas-archive.se und ebenfalls annas-archive.pm und annas-archive.in. Allerdings hat die China University Internet Infrastructure Initiative (CUII) die Plattform in Deutschland zusätzlich durch Sperren bei großen Internet-Anbietern blockiert. Für Nutzer die dennoch auf das Portal zugreifen möchten, bleibt die Nutzung von Alternative DNS-Diensten oder VPN-Verbindungen die einzige Option. Es ist absehbar, dass dies nicht die letzte Domain-Einschränkung sein wird, weil das Portal bereits mehrere Male den Zugriff verlieren musste.
Ursprung und illegaler Inhalt
Anna’s Archive entstand ursprünglich im September 2022 aus dem Projekt Pirate Library Mirror (PiLiMi). Dieses Projekt arbeitete anonym daran Schattenbibliotheken zu spiegeln um eine vollständige Kopie der Z-Library bereitzustellen. Im Laufe der Zeit kopierte die Plattform die Inhalte aller bekannten Schattenbibliotheken. Dazu zählen Library Genesis – auch bekannt als LibGen – Z-Lib, Sci-Hub sowie andere große illegalen Sammlungen. Das Ziel war die Zusammenfassung des weltweiten Schatten-Archivs in einer einzigen Plattform.
Umfangreiche Datensätze inklusive chinesischer Archive
Seit Ende November 2025 existiert zudem eine Sammlung chinesischer illegaler Archive die in der Datenbank von Anna’s Archive integriert sind. PiLiMi bestätigte damals, dass bei der Beschaffung der Daten bewusst gegen Urheberrechtsgesetze verstoßen wurde. Keineswegs hat sich daran in den vergangenen Jahren etwas geändert. Die Plattform bleibt dadurch ein umstrittenes Projekt mit fragwürdigem rechtlichem Status.
Zusammenhang mit Spotify-Gerüchten?
In der Gerüchteküche kursiert die Theorie, ob die Sperrung der Domain im Zusammenhang mit einer kürzlich angekündigten Aktion des Teams steht. Es wird spekuliert, ob Anna’s Archive gerade alle Musiktitel des Streaming-Dienstes Spotify kopiere um diese später nach und nach zu veröffentlichen. Auf eine Anfrage bei der Domainstelle gab es bislang keine offizielle Stellungnahme. Ein Sprecher von Anna’s Archive versicherte gegenüber Torrentfreak, dass er keinen Zusammenhang zwischen der Sperrung der .org-Domain und den Spotify-Aktivitäten sehe. Die Hintergründe der Domain-Sperre bleiben vorerst im Dunkeln.
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