Geringe Kinopreise beeinflussen Piraterie kaum

Geringe Kinopreise senken Piraterie nicht

Online-Piraterie bleibt unvermeidlich


Auch wenn die ACE aktiv gegen Raubkopien vorgeht – die Online-Piraterie wird kaum verschwinden. Die Branchenakteure verstehen müssen was Menschen dazu verleitet, legal ins Kino zu gehen oder illegal Inhalte herunterzuladen. Eine aktuelle Studie widmet sich ebendies dieser Fragestellung.



Ökonometrisches Modell analysiert das Nutzerverhalten


In ihrer Untersuchung setzen Forscher auf ein strukturelles ökonometrisches Modell. Dieses basiert auf Daten aus den Jahren 2014 bis 2019 und quantifiziert die Entscheidung zwischen Kino und Piraterie. Dabei wurde die Qualität der Raubkopien ähnelt berücksichtigt wie die Ticketpreise und die allgemeine Kinoqualität.



Geringe Kinopreise sind ineffektiv gegen Piraterie


Die Analyse zeigt: niedrigere Kinotickets mindern die Piraterie nicht. Der Versuch durch Preissenkungen das Problem zu lösen ist dadurch wenig erfolgversprechend. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Manufacturing & Service Operations Management“ veröffentlicht. Bereits vorab war eine Version im Internet verfügbar.



Daten statt Umfragen


Die Studie benutzt keine Umfragewerte. Stattdessen analysiert sie offizielle Kassen- und Demografiedaten und ebenfalls Piraterie-Statistiken. Diese umfassen auch die Qualität der illegalen Angebote: von geringen Qualitäten wie Cam-Rips bis hin zu hochqualitativen HD-Rips.



Simulationen ausarbeiten Strategien gegen Piraterie


Durch diverse Simulationen untersuchten die Forscher Strategien gegen illegale Angebote. Dabei zeigte sich, dass besondere Maßnahmen wenig Wirkung zeigten. Besonders HD-Qualität stellt eine größere Bedrohung dar als minderwertige Raubkopien.



Qualitative Unterschiede bei illegalem Filmkonsum


Die Studie bestätigt. Dass Verfügbarkeit hochwertiger illegaler Inhalte den Rückgang der Kinoeinnahmen deutlich verschärft. Innerhalb einer Woche nach Kinostart führt ein HD-Rip zu einem durchschnittlichen Umsatzverlust von 7⸴9 % in den ersten acht Wochen. Cam-Rips hingegen sorgen für einen geringeren Rückgang.



Zusammenhang zwischen Qualität der Raubkopien und Verlustniveau


Je weiterhin hochwertiges Material nach dem Filmstart verfügbar ist, desto stärker trifft das die Kinoindustrie. Im Jahr 2023 waren 90 % aller Schwarzkopien Cam-Rips. Der Zusammenhang ist klar: Umso höher die Qualität der illegalen Kopien, desto gravierender sind die finanziellen Verluste.



Niedrigere Preise versus Umsatzverlust


Die Annahme preisgünstiges Kino würde Piraterie verringern bestätigt sich nur teilweise. Die Forscher fanden heraus, dass eine Reduzierung der Ticketpreise um 10 % die Einnahmen um 4⸴6 % mindert. Die erhöhte Verkaufszahl reicht nicht aus – um den Ertrag zu stabilisieren.



Investitionen in Kinoqualität sind erfolgversprechend


Das Ergebnis: Statt den Preis zu senken, sollten Kinos in ihre Ausstattung investieren. Hochwertige Sitze – modernste audiovisuelle Technik und bessere Ausstattung könnten die Attraktivität steigern. Erfolg versprechen sich die Experten auch dann, wenn illegale Top-Qualität verfügbar bleibt.






Kommentare

: Mehr Qualität statt niedriger Preise
Die Studie kommt zu dem Schluss: Wettbewerbsfähigkeit gegen Piraterie lässt sich nicht durch Preisreduktionen sichern. Stattdessen ist es für Kinos vorteilhaft – auf das Erlebnis zu setzen. Ein verbessertes Kino sollte das originale Erlebnis deutlich aufwerten – das ist der Schlüssel gegen illegale Angebote.


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