NordVPN: Geheime Tracker im Dienst der Nutzer?

NordVPN bestreitet und nutzt gleich drei Tracker

NordVPN bestreitet den Einsatz von mehreren Trackern


Ein kontroverser Vorwurf sorgt derzeit für Aufsehen im Bereich Datenschutz. Das Kuketz Blog berichtete – dass die App von NordVPN genauso viel mit drei Tracker im Hintergrund nutze. Ein Leser kontaktierte sowie Surfshark als ebenfalls NordVPN um die tatsächliche Lage zu klären. Während Surfshark die in dem Beitrag genannten Tracker bestätigte, stritt NordVPN diese vehement ab. Ein Unternehmensvertreter erklärte, dass man keine Tracker einsetze und betonte zudem nur Daten zu erheben die in den Nutzungsbedingungen dokumentiert sind. Doch die Fakten scheinen eine andere Sprache zu sprechen.



App verbindet sich unmittelbar nach dem Start mit Tracking-Diensten


Bereits kurz nach dem Start der App schließt sich die Anwendung mit Diensten wie Google Firebase an. Diese Plattform nämlich dient der Entwicklung moderner mobiler Anwendungen. Zusätzlich erfolgt eine Verbindung zu Google Firebase Crashlytics – einem Dienst zur Analyse von Absturzberichten. Auch AppsFlyer – ein Marketingdienstleister – nimmt ähnlich wie sofort nach dem App-Start Kontakt auf. Auffällig ist, dass diese Datenübertragungen vor dem Erscheinen der Datenschutz- oder Cookie-Banner stattfinden. Die Nutzer haben zu diesem Zeitpunkt noch keine Entscheidung über ihre Zustimmung getroffen, allerdings die Tracker arbeiten bereits fleißig.



„Erst tracken, dann fragen“ – eine bekannte Vorgehensweise


Diese Vorgehensweise wird als klassischer Fall von „erst tracken, dann fragen“ bezeichnet. Die Daten werden also unbehelligt verschickt – bevor überhaupt eine Einwilligung der Nutzer eingeholt wird. Die Konsequenz: die Nutzer kontrollieren kaum was mit ihren Daten geschieht. Kuketz stellt fest, dass dies einen erheblichen Verstoß gegen die geltende Rechtslage in Deutschland darstellt.



Exzessive Datenerhebung – rechtlich fragwürdig


NordVPN erhebt eine Vielzahl an Gerätedaten – Modell, Hersteller, Netzwerk – und übermittelt diese ohne ausdrückliche Zustimmung. Weiterhin werden eindeutige Kennungen wie Fingerprints ausgelesen. Laut Kuketz verstößt diese Art der Erhebung klar gegen deutsche Datenschutzgesetze. Es sei illegal, so umfassend Daten ohne Nutzer-Einwilligung zu sammeln. Zudem sei eine so große Datenmenge für den Betrieb der App nicht notwendig, so Kuketz weiter.



Datenschutz und Sicherheit – nur ohne Tracking garantiert?


Wenngleich das offizielle Statement des Unternehmens die eigenen Praktiken schönredet, sprechen die laufenden Verbindungen im Hintergrund eine andere Sprache. Kuketz dokumentierte den Datenverkehr – der zu Google und auch AppsFlyer führt. Warum also versprechen die Anbieter ihren Kunden eigentlich Datensouveränität und gleichzeitig werden sie selbst ausgehorcht? Dies schade dem Vertrauen zwischen Nutzer und Anbieter erheblich. Bereits vor Jahren hatte NordVPN zugegeben – bei staatlichen Anfragen Kundendaten an Strafverfolgungsbehörden weiterzugeben.



Überwachungspraktiken – ein Sicherheitsrisiko


Wer als VPN-Anbieter echte Privatsphäre gewährleisten möchte, darf Nutzer nicht auf Schritt und Tritt kontrollieren. Kuketz kritisiert solche Praktiken als „Augenwischerei“ und Marketing-Strategie. Trotz verlockender Versprechen auf der eigenen Webseite bleibe die Realität bei NordVPN eine andere. Die öffentlich geteilten Aussagen und der Datenverkehr beweisen. Dass Privacy und Security nur leere Worte sind.



Vergleich mit anderen Anbietern


Nicht nur NordVPN gerät unter Beschuss. Auch Apps von ExpressVPN, Secure VPN, Thunder VPN und CyberGhost kommunizieren laut unzähligen Berichten mit Tracker-Diensten. Bereits eine Auswertung von vor sechs Jahren zeigte bei NordVPN die gleiche Problematik. Damals waren sogar fünf Tracker im Einsatz. Die Praxis scheint bei mehreren Anbietern weitverbreitet zu sein.



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Fazit: Trotz offiziell geäußerter Bekenntnisse bleibt das Bild von NordVPN durch die laufenden Verbindungen zu Tracking-Diensten geprägt. Nutzer sollten deshalb vorsichtig sein und die tatsächlichen Praktiken der VPN-Anbieter kritisch hinterfragen um ihre Privatsphäre wirklich zu schützen.






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