Nvidia verliert gesamten chinesischen Markt für KI-Chips

Nvidia-Chef Huang: Marktanteil in China ist "von 95% auf 0% gesunken"

Enormer Abnahme bei Nvidias Marktanteil in China


Jensen Huang der CEO von Nvidia, enthüllte kürzlich. Dass Unternehmen seinen kompletten Anteil am chinesischen Markt für hochentwickelte KI-Chips eingebüßt hat. Vor dem Ausscheiden lag der Marktanteil bei beeindruckenden 95 Prozentsatz. Dieser rapide Absturz ist eine unmittelbare Folge der verschärften US-Exportbeschränkungen und der politischen Spannungen zwischen den USA und China. Huang betonte – im Moment sei Nvidia zu 100 Prozent aus China ausgeschlossen worden. Diese Aussage wurde öffentlich während einer Veranstaltung von Citadel Securities in New York am 6. Oktober gemacht – während Huang mit Konstantine Buhler von Sequoia Capital sprach. Ein vollständiges Video des Interviews wurde kürzlich veröffentlicht und markiert die erste offizielle Quantifizierung des Rückzugs von Nvidia aus dem chinesischen Markt.



US-Exportrestriktionen begegnen Schlüsselprodukte


Bereits im Oktober 2022 hatte die US-Regierung den Export speziell leistungsstarker KI-Chips nach China eingeschränkt. Betroffen sind Modelle wie der A100, H100 und H200 – Chips die für maschinelles Lernen und KI-Trainings essenziell sind. Diese Bausteine bilden die Grundlage moderner KI-Architekturen und sind unverzichtbar für die Entwicklung großer Sprachmodelle wie ChatGPT. Obwohl Nvidia eine spezielle Version seines H20-Chips für China zuließ die über eine reduzierte Rechenleistung verfügt, behinderte eine Sicherheitsuntersuchung der chinesischen Cyberspace-Behörde den Verkauf des Produktes erheblich. Dadurch wurden lokale Unternehmen vom Zugang zu solchen Technologien abgehalten.



Warnung vor langfristigen Folgen


Huang warnte in seinem Interview ebenfalls vor den möglichen Konsequenzen dieser Restriktionen. Seine Kritik richtet sich gegen die amerikanischen Exportbeschränkungen die er als „Fehler“ bezeichnete. Er argumentierte, dass die politischen Maßnahmen China eher dazu treiben würden, eigene Technologien und heimische Konkurrenten wie Huawei zu fördern. China betreibt massive Anstrengungen um die Abhängigkeit von US-Chips zu verringern. Das Land besitzt rund 50 Prozent der weltweiten KI-Forscher und investiert massiv in die eigenständige Entwicklung von Chips und Fertigungstechnologien.



Defizit von Umsatz und Bedeutung für Nvidia


Vor den Restriktionen generierte China zwischen 20 und 25 Prozent von Nvidias Datacenter-Umsatz. Das Segment · das im letzten Quartal ergänzend als 41 Milliarden Dollar umsetzte und im Jahresvergleich um 56 Prozent gewachsen ist · ist für das Unternehmen von ausschlaggebender Bedeutung. Der aktuelle Verlust könnte Nvidia jährlich Umsatzeinbußen von acht bis zehn Milliarden Dollar bescheren. Der globale KI-Markt verliert daher eine wichtige Komponente im Rennen um technologische Führerschaft.



Chinas Strategie zur Eigenversorgung


Gleichzeitig verfolgt China eine offensichtliche Strategie der Selbstständigkeit. Das Land investiert schnell und beträchtlich in die lokale Chip-Industrie. Unternehmen wie Huawei, Alibaba, Tencent, ByteDance und Baidu investieren Milliarden in die Entwicklung eigener KI-Chips. So hat Huawei den Ascend 910B-Chip vorgestellt der als direkter Rivale zu Nvidias H100 gilt. Allerdings liegt die Leistung des chinesischen Chips bis dato unter dem von Nvidia. Außerdem arbeitet Baidu an seinem Kunlun-Prozessor, während Alibaba den Yitian-Prozessor weiterentwickelt. Die chinesische Regierung plant zudem · bis 2030 etwa 143 Milliarden Dollar in die Branche zu investieren · um den nationalen Bedarf an Halbleitern eigenständig zu decken.






Kommentare

Die geopolitischen Spannungen verändern die globale Halbleiter- und KI-Landschaft fundamental. Während China auf Autarkie setzt und in die eigene Technologiebranche investiert, verliert Nvidia den Zugang zu einem seiner wichtigsten Märkte. Dieses Szenario könnte die in der Zukunfte Entwicklung der KI-Industrie ausschlaggebend beeinflussen und neue Machtverhältnisse formen.


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