
Radikale Maßnahmen von Intel-Chef Lip-Bu Tan
Der neue CEO von Intel, Lip-Bu Tan, hat weitreichende Maßnahmen angekündigt. Diese Schritte sind erforderlich – um die finanziellen Verluste des Unternehmens zu stoppen. Bis Abschluss 2025 sollen ergänzend als 30․000 Arbeitsplätze wegfallen. Ein deutschsprachiges Werk steht dabei nicht im Fokus.
Einschnitte und Umstrukturierungen
Tan hat in einer aktuellen Benachrichtigung das vollständige Ausmaß der Einsparungen offenbart. Das Ziel ist verständlich: Intel wird bis zum Ende dieses Jahres ein Drittel seiner weltweiten Belegschaft – das sind rund 110․000 Mitarbeiter – abbauen. Geplant ist die Mitarbeiterzahl bis Ende 2025 auf lediglich 75․000 zu senken. Am Ende des letzten Fiskaljahres beschäftigte Intel noch 108․900 Personen weltweit.
Drastische Kostenreduktion
Mit den angekündigten Entlassungen verbindet Intel die Absicht die laufenden Kosten drastisch zu reduzieren. Diese sollen bis Ende 2025 auf 17 Milliarden Dollar senkt werden. Bis Ende 2026 ist eine weitere Einsparung von einer Milliarde Dollar vorgesehen. Bei diesen Veränderungen wird zudem auf den Ausbau der Fertigungskapazitäten verzichtet.
Rückzug von Expansionsplänen
Die neuen Pläne welche unter Tan initiiert wurden kehren die Expansionsstrategien seines Vorgängers Pat Gelsinger, um. Gelsinger wollte Intel als Vertragsfertiger weiterentwickeln und in mehreren Ländern neue Fertigungsstätten eröffnen. Nun kommen die angedachten Werke in Deutschland und Polen nicht zustande. In Magdeburg sollten ursprünglich zwei große Halbleiterwerke errichtet werden. Auch das Packaging der Chips in Polen wird folglich nicht realisiert.
Schließung des Standorts in Costa Rica
Zusätzlich zu den Einsparungen in Deutschland zieht sich Intel ebenfalls aus Costa Rica zurück. Der Standort der über Jahrzehnte einen Testing- und Packaging-Bereich betrieb, wird geschlossen. Zukünftig werden die dortigen Aufgaben von anderen Einrichtungen in Vietnam und Malaysia übernommen.
Projekt im US-Bundesstaat Ohio verlangsamt
Das Projekt für den Bau eines neuen Werks im US-Bundesstaat Ohio wird gleichermaßen gebremst. Dies könnte eine Strategie sein um dem Unternehmen Zeit zu überreichen, sich finanziell zu stabilisieren. In den letzten Monaten hatte Intel schon Tausende von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entlassen. Tan deutete bereits seit März 2025 an – dass tiefgreifende Einschnitte notwendig seien. Ein weiterer Schritt in diese Richtung ist die nahezu vollständige Auslagerung des Marketings an den Beratungskonzern Accenture wo künstliche Intelligenz eine zentrale Rolle spielt.
Zukünftige Herausforderungen für Intel
Intel befindet sich in einer schwierigen Lage. In den letzten Jahren hat das Unternehmen zunehmend an Boden verloren was sogar Spekulationen über einen möglichen Verkauf oder eine Aufspaltung aufwarf. Das Ausmaß der Reformen und wie sie sich auf die Marktstellung von Intel auswirken werden, bleibt abzuwarten.
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