
Über den Himmel im Süden der USA erstrahlte ein nicht häufiger Lichtblitz der senkrecht in die Höhe schoss. Es handelte sich an diesem Ortbei nicht um einen gewöhnlichen Blitz. Dieses Phänomen kann nur aus dem All beobachtet werden. Die Internationalen Raumstation (ISS) konnte mit viel Mühe dieses Ereignis festhalten.
Dokumentation eines Gigantic Jets
In der Nacht über dem Grenzgebiet von Texas und Mexiko wurde ein sogenannter Gigantic Jet von NASA-Astronautin Nichole "Vapor" Ayers dokumentiert. Die Aufnahme zeigt eine violett leuchtende Entladung. Sie erhebt sich wie ein glühender Dorn aus einem Gewitter und verglüht in der oberen Atmosphäre. Dieser flüchtige Moment wurde in einem Bruchteil einer Sek. festgehalten. Das Phänomen entspricht den Transient Luminous Events (TLEs) die als wenig erforscht gelten.
TLEs: Körper des Lichts
Die Erscheinungen dieser Art stellen ein Mysterium dar. Lange galten sie als Legenden oder optische Täuschungen unter Piloten. Erst in den vergangenen Jahrzehnten konnten Wissenschaftler sie bestätigen. Die Vielfalt der TLEs ist beeindruckend. Manche gedenken an rote Quallen die in der Mesosphäre aufblitzen - die sogenannten Sprites. Gigantic Jets sind jedoch noch beeindruckender und seltener. Sie durchdringen die Wolkendecke. Ihre Höhe übersteigt oft 80 km – was bei gewöhnlichen Blitzen nicht der Fall ist.
Technische Finesse in der Raumstation
Das Bild wurde aus der sogenannten Cupola der ISS festgehalten. Die Kamera, eine Nikon Z9, war akkurat auf ein unter der Erde heranrollendes Gewitter abgestimmt. "Es braucht Vorbereitung, Timing und viele Aufnahmen", äußerte Ayers. Auch NASA-Astronaut Don Pettit wies auf die Notwendigkeit technischer Fähigkeiten hin. Gewitter müssen sich als geeignete Kandidaten für das Phänomen identifizieren lassen. Geduld erfordere es zudem. Oft sei es nötig, tausende Bilder zu schießen, ehe das Licht einmal sichtbar sei.
Faszination für die Wissenschaft
Solche Aufnahmen liefern wertvolle Daten für Wissenschaftler. Gigantic Jets scheinen eine Verbindung zwischen Gewittern der Ionosphäre und dem Erdmagnetfeld zu bilden. Zwar sind die genauen Entstehungsmechanismen noch ungeklärt jedoch Forscher vermuten, dass ein intensives elektrisches Feld im oberen Gewitterbereich die Verantwortung tragen könnte. Mit jeder Sichtung wird ein weiteres Puzzlestück dieser komplexen Materie sichtbar.
Beschreibung der Cupola
Die Cupola ist ein kuppelförmiger Beobachtungsturm. Sie befindet sich an der erdzugewandten S. des Tranquility-Moduls der ISS. Das durch das italienische Wort für "Kuppel" benannte Modul ermöglicht durch sieben Fenster einen beeindruckenden Blick ins All. Astronauten können sich darin zur selben Zeit entspannen und tätig sein.
Funktionen der Cupola
Die Cupola erfüllt mehrere Funktionen. Primär steuert sie den Roboterarm der ISS und dient der Kommunikation während Weltraumausflügen. Beobachtungen der Erde und des Weltraums werden gleichermaßen von hier aus durchgeführt. Psychologisch ist die Cupola ein wichtiger Rückzugsort. Astronauten können von hier die wunderschöne Aussicht genießen.
Ursprünge der Cupola
Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) entwickelte und baute die Cupola. Die NASA übergab 1998 an die ESA die ursprünglich von Boeing geplante Entwicklung. Alenia Spazio ein italienisches Unternehmen war der Hauptauftragnehmer. Die Produktion erfolgte in Deutschland.
Schutz der Cupola
Der Schutz der sieben Fenster ist wesentlich. Mikrometeoriten und Weltraumschrott könnten bei großen Geschwindigkeiten ernsthaften Schaden anrichten. Deshalb sind spezielle Fensterläden vorgesehen. Diese müssen regelmäßig geöffnet und geschlossen werden. Bei ihrem Beginn wog die Cupola 1․805 Kilogramm. Im Orbit beträgt ihr maximales Gewicht 1․880 kg.
Ankunft der Cupola
Am 8. Februar 2010 wurde die Cupola an Bord des Space Shuttle Endeavour an die ISS gebracht. Sie kam im Rahmen der Mission STS-130. Zunächst wurde sie am Unity-Modul montiert und anschließend am Tranquility-Modul installiert. Heute ermöglicht sie den Astronauten einen atemberaubenden Blick auf die Erde.
Ausstellung eines Cupola-Modells
Ein Modell der Cupola existiert auf der Erde. Dieses Modell stand zuvor am Bahnhof Hattingen-Ruhr und am SatkomRuhr-Tower. Momentan ist es in der Henrichshütte zu sehen. Besucher können die Konstruktion des berühmten Beobachtungsturms aus nächster Nähe betrachten.
Kosten und internationale Kooperation
Der Bauauftrag der Cupola betrug 20 Millionen Euro. Die ESA übergab den Auftrag an Alenia Spazio. Mehrere europäische Firmen waren ebenfalls beteiligt. Dies zeigt die internationale Zusammenarbeit bei der Entwicklung der Cupola.
Größe und Beschaffenheit der Fenster
Die Fenster der Cupola haben spezielle Maße. Insgesamt gibt es sieben Fenster. Ein zentrales Fenster hat einen Durchmesser von 80 Zentimeter. Diese Konstruktion erlaubt eine nahezu vollständige Rundumsicht. Die Fenster sind mehrere Schichten dick – um sie vor extremen Bedingungen im Weltraum zu schützen. Sie widerstehen gleichermaßen starken Temperaturschwankungen ebenso der Gefahr durch kleine Partikel.
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