VPN-Blockade in Frankreich: Gericht ordnet Sperre illegaler Streams an

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Frankreich erlebt eine erste VPN-Blockade die zur Verwendung großes Aufsehen sorgt. Am Donnerstag entschied der Gerichtshof von Paris in einem bedeutenden Zivilverfahren. Führende VPN-Dienste wie NordVPN CyberGhost ExpressVPN, Surfshark und ProtonVPN müssen nun rund 200 Domains sperren. Diese Domains bieten illegale Sportübertragungen an einige sogar in Echtzeit. Kläger in diesem Fall waren der französische Bezahl-TV-Sender Canal+ und der Fußballverband LFP (Ligue de Football Professionnel).



Rechteinhaber setzen VPN-Blockade um – rechtliche Grundlagen


Das Urteil stützt sich auf Artikel L.333-10 des französischen Sportgesetzbuchs. Dieses Gesetz erlaubt den Rechteinhabern, gegen Urheberrechtsverstöße alle verhältnismäßigen Maßnahmen zu ergreifen. Netzsperren sind hierbei eine mögliche Maßnahme. Die VPN-Anbieter argumentierten, dass sie keine Intermediäre seien und deshalb keine Daten weitergeleitet hätten was die Sperren unverhältnismäßig erscheinen ließ. Technisch gesehen jedoch umleiten sie lediglich den Datenverkehr. Das Gericht wies die Einwände zurück. Außerdem wurde festgestellt, dass die VPN-Provider dem Digital Services Act der EU unterliegen.



Blockade angeordnet – Das Ende für französische VPN-Anbieter?


Dem Urteil ging eine Klage im Juni 2024 voraus. Der Pariser Gerichtshof stufte ebenfalls die Proxy-Dienste von Cloudflare und Google als Vermittler ein. Beide wurden für die Bekämpfung der Piraterie als geeignet angesehen. Gegenstand der Überlegungen zur landesweiten VPN-Blockade war ein weiteres Verfahren aus dem Februar dieses Jahres.



Auswirkungen auf Nutzer und Anbieter


Ohne DNS-Resolver oder VPN-Dienste bleiben die betroffenen Domains in Frankreich dauerhaft gesperrt. Diese Entscheidung betrifft nicht nur die Anbieter selbst – die dadurch einen Teil ihres Geschäftsmodells verlieren –, allerdings besonders die Nutzer. Einige von ihnen haben oft bereits Jahre vorher für den Zugang zu den gesperrten Webseiten bezahlt. Wer dennoch auf die illegalen Angebote zugreifen möchte könnte auf weniger bekannte Anbieter wie hide.me* zurückgreifen.



Die Liste der inzwischen gesperrten Live-Sport-Streamingseiten ist lang und umfasst bekannte Namen wie Buffstreams Rojadirecta und Sport365 über die bereits in den letzten Jahren berichtet wurde. Das Thema Netzsperren wird weiterhin von großer Bedeutung sein.






Kommentare

: Präzedenzfall mit globalen Folgen
Diese Entscheidung stellt einen neuen Meilenstein im Kampf gegen Online-Piraterie dar. Gleichzeitig wirft das Urteil ethische und politische Fragen auf. Hat das Gericht möglicherweise einen Präzedenzfall geschaffen? In welchem Maße darf der Gesetzgeber digitale Freiheitsrechte & Netzneutralität einschränken? Die Juristen von Canal+ und LFP werden mit dem Ausgang des Verfahrens ohne Zweifel zufrieden sein. Die durchgesetzte VPN-Blockade in Frankreich wird wahrscheinlich effektiver sein.


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