Netflix und der nachgebaute Apple-Laden: Ein kreativer Umweg

Fehlende Drehgenehmigung: Netflix baut ganzen Apple-Laden für Film nach

In der Filmindustrie ist es nicht ungewöhnlich, dass Drehgenehmigungen für bestimmte Locations fehlen. Netflix stand in diesem Fall vor einem ähnlichen Problem beim Dreh seines Thrillers „iHostage“. Der Film behandelt eine Geiselnahme im Amsterdamer Apple Store aus dem Jahr 2022. Trotz der direkten Konkurrenz zu Apples TV+-Dienst erhielt Netflix keine Genehmigung um im echten Laden zu drehen.



Nachbau im Studio


Um diese Herausforderung zu meistern, baute Netflix den maßgeblich gelegenen Apple Store am Leidseplein in einem Studio nach. Das Unternehmen nutzte für die Produktion ein „Making of“-Video um Einblicke in den Entstehungsprozess zu überreichen. Die beeindruckende Architektur des Ladens wurde dabei zum Teil nachgebaut und partiell computergeneriert. Ein LED-Volume-Bildschirm spielte eine ausschlaggebende Rolle bei der Schaffung realistischer Umgebungen.



Der Vorteil des LED-Volumes


Ein LED-Volume bietet einige Vorteile gegenüber klassischen Greenscreens. So gelangen digitale Umgebungen faktisch in das Aufnahmeformat. Diese Methode ermöglicht realistische Spiegelungen und einen naturgetreuen Lichteinfall. Im Fall von „iHostage“ wurde der Außenbereich des Apple Stores mit umliegenden Gebäuden & Simulationen von Menschen und Straßenbahnen nachgestellt. Die Filmaufnahmen fanden „im Laden“ statt der vor der Videowand positioniert war, infolgedessen eine lebendige Kulisse entstand.



Apples Reaktion bleibt aus


Bislang hat sich Apple nicht zu diesem Filmprojekt geäußert. Es gab keine Drehgenehmigung für das Gebäude speziell da man Bedenken wegen einer möglichen Retraumatisierung betroffener Mitarbeiter hatte. Die dramatischen Ereignisse von 2022 beinhalteten einen bewaffneten Mann der von Apple 200 Millionen Euro in Kryptowährung forderte. Nachdem die letzte Geisel entkommen konnte endete die Geiselnahme tragisch. Passt auf dass der Netflix-Film nicht vollständig den tatsächlichen Vorfällen entspricht, vielmehr nur davon inspiriert wurde.



Umfangreiche Vorbereitungen und Daten


Im „Making of“-Video sind die umfangreichen Vorbereitungen der Filmemacher sichtbar. Um eine möglichst realistische Darstellung zu gewährleisten, kamen Drohnen & LIDAR-Geräte zum Einsatz. Diese Technologien halfen beim Scannen der Umgebung und der Gebäude am Leidseplein. So entstand eine „Virtual Movie Location“. Im Studio wurde nicht nur der Innenbereich des Apple Stores rekonstruiert, sondern gleichermaßen der Außenbereich, durch den die Schauspieler laufen konnten. Hier fand schlussendlich das dramatische Geschehen statt.



Finanzielle Investitionen verbleiben im Dunkeln


Wie viel Geld faktisch in die Produktion von „iHostage“ investiert wurde ist nicht bekannt. Der Film erfreute sich jedoch zeitweise großer Beliebtheit und war in den Streaming-Charts weit oben zu finden. Diese kreative Lösung von Netflix zeigt wie Innovationskraft & Technologie Hand in Hand gehen können um Filmprojekte trotz Herausforderungen und Hürden zu durchführen.






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