
Werbeblocker spielen eine wichtige Rolle im digitalen Zeitalter. Im zweiten Teil dieser Vergleichsreihe wird Pi-Hole genauer betrachtet. Die Open-Source-Software ist bekannt für ihre Fähigkeit, Werbung und Tracker im gesamten Netzwerk zu blockieren. Doch wie funktioniert die Installation? Lässt sie sich einfach durchführen?
Was ist Pi-Hole?
Pi-Hole ist eine Open-Source-Anwendung die auf Linux basiert. Sie blockiert Werbung und Internet-Tracking auf Netzwerkebene und agiert als privater DNS-Server. Die Software kann auf energiesparenden Geräten wie dem Raspberry Pi* oder fast jedem anderen Linux-PC installiert werden. Nach der Betrachtung des eBlockers steht nun Pi-Hole im Fokus.
Erste Eindrücke des Pi-Hole Tests
Die Installation kann nativ oder theoretisch über Docker erfolgen. Letzteres birgt einige Risiken und ist nur für erfahrene Anwender empfehlenswert. Daher wird hier die native Installation beschrieben. Diese Art der Installation bedeutet – dass das Programm auf bestimmte Hardware oder ein bestimmtes Betriebssystem optimiert wurde.
Pi-Hole einrichten: Erste Schritte
Zunächst benötigt man einen Raspberry Pi* (ab Modell 3+) der über SSH erreichbar ist. Eine Anleitung zur Einrichtung ist verfügbar. Essenziell bleibt dem Raspberry Pi eine feste IP-Adresse in Verbindung mit dem Router zuzuweisen. Nach der Installation des Raspberry Pi OS spielt es keine Rolle, ob die 32- oder 64-Bit-Version verwendet wird. Das Terminal sollte mit der zuvor festgelegten IP-Adresse und den Benutzerdaten erreichbar sein.
Für die Aktualisierung von Raspbian gibt es den Befehl:
```
sudo apt update && sudo apt upgrade -y
```
Die Installation von Pi-Hole erfolgt über den folgenden Befehl:
```
curl -sSL https://install.pi-hole.net | bash
```
Die Installation wird schrittweise durchgeführt. Jedoch kann ausschließlich ein unverschlüsselter DNS ausgewählt werden was als Nachteil empfunden wird. Um DNS over HTTPS oder andere Sicherheitsprotokolle nutzen zu können, muss Unbound zusätzlich installiert werden.
Das Admin-Panel von Pi-Hole
Das wichtigste Element dieses Werbeblockers sind die Adlists. Sie müssen manuell hinzugefügt werden. Diese findet man im Admin-Panel unter dem Reiter „Adlist“. Hilfreiche Listen sind unter https://filterlists.com oder https://firebog.net erhältlich. Die Aktualisierung der Adblock-Listen erfolgt nicht täglich, allerdings zufällig jeden Sonntag zwischen 3 und 5 Uhr. Diese Einstellung kann manuell verändert werden.
Um Unbound als DNS-Server zu installieren, nutzt man folgende Kommandos:
```
sudo apt update
sudo apt install unbound
```
Die Konfigurationsdatei befindet sich unter `/etc/unbound/unbound.conf.d/pi-hole.conf`. Existiert die Datei nicht – muss sie manuell erstellt werden. Der Inhalt für die Konfiguration ist vorgegeben.
Test und Start von Unbound
Sind die Einstellungen in der Konfiguration vorgenommen, wird die Konfiguration überprüft:
```
sudo unbound-checkconf
```
Anschließend wird Unbound neu gestartet:
```
sudo systemctl restart unbound
sudo systemctl enable unbound
```
Um die Funktion von Unbound zu testen, liefert der Befehl:
```
dig pi-hole.net @127.0.0.1 -p 5335
```
Finale Tipps für Pi-Hole auf dem Raspberry Pi
Es wird empfohlen, DNSSEC zu aktivieren. Für Nutzer von IPv6 sollte die Einstellung identisch angepasst werden. Die Protokollierung kann optimiert werden. Mit der richtigen Konfiguration sollte die Antwortzeit bei späteren Anfragen verbessert werden.
Eine vollständige Verschleierung der IP-Adresse wie beim eBlocker ist nicht möglich. Die Installation von Unbound erhöht jedoch die Sicherheit der DNS-Anfragen.
Erfahrungsbericht Pi-Hole
Das Interface von Pi-Hole wirkt veraltet und verschachtelt. Die Nutzung hat sich als komplex erwiesen. Das Hinzufügen von Adblock-Listen erfordert mehrere Schritte was als unpraktisch empfunden wird. Obwohl Pi-Hole eine solide Funktionalität aufweist, könnten Verbesserungen an der Benutzeroberfläche und den Bedienabläufen angebracht werden.
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Heute endet der Bericht über Pi-Hole. Im nächsten Teil wird AdGuard* unter die Lupe genommen. Hat jemand Erfahrungen mit diesen Werbeblockern? Welches ist der persönliche Favorit? Kommentare sind willkommen!
Kommentare
des Pi-Hole Tests
Pi-Hole ist ohne Unbound eine gute Lösung zur Werbungblockierung. Mit Unbound wird die Sicherheit erhöht freilich bleibt Raum für Verbesserungen. Nutzer auf einem alten Raspberry Pi 3+ berichten von einer stabilen Leistung. Die Suche und Eingabe aktueller Adblock-Listen könnte einfacher gestaltet werden. Insgesamt ist Pi-Hole eine wertvolle, wenn ebenfalls verbesserungswürdige Lösung.