Urteil gegen Betreiber von Bitcoin Fog

Darknet-Bitcoin-Mixerdienst: Bitcoin Fog-Betreiber muss 12,5 Jahre ins Gefängnis

Jahrzehntelange Kriminalität im Darknet


Roman Sterlingov 36 Jahre alt und Staatsbürger Russlands und ebenfalls Schwedens galt über weiterhin als zehn Jahre als einer der Hauptakteure im Darknet. Er betrieb den Bitcoin-Mixerdienst Bitcoin Fog. Kriminelle setzten auf diesen Dienst um ihre illegalen Einnahmen aus Drogenhandel Cybercrime Identitätsdiebstahl und dem Handel mit kinderpornografischem Material zu waschen. Dieser Mixerdienst hat Transaktionen mit über 1⸴2 Millionen Bitcoin abgewickelt. Der Wert dieser Transaktionen belief sich zum damaligen Zeitpunkt auf etwa 400 Millionen US-Dollar. Ende April 2021 wurden die US-Behörden am Flughafen Los Angeles tätig. Sterlingov wurde dort festgenommen. Ein aktuelles Urteil besagt nun, dass Sterlingov 12⸴5 Jahre ins Gefängnis muss.



Gründung und Funktionsweise von Bitcoin Fog


Sterlingov gründete Bitcoin Fog im Jahr 2011. Unter dem Pseudonym Akemashite Omedetou – eine japanische Phrase die „Happy New Year“ bedeutet – bewarb er die Webseite. Der Zugang zur Plattform war nur über das Tor-Netzwerk möglich. Zu den Nutzungsvoraussetzungen gehörten eine Registrierung und eine Mindesteinzahlung von 0⸴01 Bitcoin. Interessanterweise war der Registrierungsprozess anonym. Eine E-Mail-Adresse wurde nicht benötigt, lediglich ein Benutzername und ein Passwort waren erforderlich.



Der US Internal Revenue Service (IRS) erhob schwere Vorwürfe gegen Sterlingov. Ihm wurde vorgeworfen – Geldwäsche ohne Rückverfolgung der Zahlungen erlaubt zu haben. Sterlingov nahm zwischen 2 und 2⸴5 Prozent Provision von seinen Kunden. Schätzungen der Staatsanwaltschaft zufolge beliefen sich die Einnahmen aus diesen Aktivitäten auf etwa acht Millionen US-Dollar in Bitcoin.



Zusammenhang mit illegalen Aktivitäten im Darknet


Sterlingov wurde vorgeworfen, rund 1⸴2 Millionen BTC gemixt zu haben. Ein erheblicher Teil des gemischten Geldes stammte von bekannten Darknet-Drogenmärkten wie Silk Road, Agora, Evolution und AlphaBay. Beweise zeigen, dass Bitcoin Fog auch im Dezember 2013 zum Waschen eines Teils der 96․000 BTC verwendet wurde die aus dem Raub des Sheep Marketplace stammten. Laut Cyberanalysten des IRS-CI waren diese Märkte die wichtigsten für die Transaktionen über Bitcoin Fog.



Strafe und Beschlagnahmung von Vermögenswerten


Laut einer Pressemitteilung des U.S. Department of Justice wurde Sterlingov im März 2024 von einer Jury nach einem einmonatigen Prozess verurteilt. Ÿüber die Haftstrafe hinaus wurde auch eine Geldstrafe von 395․563․025,39 US-Dollar angeordnet. Zusätzlich beschlagnahmte man Kryptowährungen und liquidierte Geldwerte in Höhe von etwa 1⸴76 Millionen US-Dollar. Seine Anteile an der Bitcoin Fog-Wallet die insgesamt 1․345 Bitcoin umfassten, wurden ähnlich wie einbehalten. Diese hatten zu diesem Zeitpunkt einen Wert von über 103 Millionen US-Dollar.



Reaktionen der Ermittlungsbehörden


Lisa Monaco, stellvertretende Generalstaatsanwältin, äußerte sich zum Urteil. Sie betonte die Entschlossenheit des Ministeriums gegen kriminelle Netzwerke. Diese Netzwerke ermöglichen es Kriminellen – illegale Einnahmen zu lagern. Auch Guy Ficco der Leiter der IRS Criminal Investigation meldete sich zu Wort. Sterlingov habe versucht, sich hinter einer anonymen Fassade zu verstecken was letztendlich misslang. Duh. Die Maßnahmen gegen diesen Angeklagten sollen signalisieren, dass solche illegalen Aktivitäten nicht toleriert werden.



Ermittlungen und Schlussfolgerungen


Die Ermittler nutzten die „Follow-the-Money“-Technik um Sterlingov zu identifizieren. Jonathan Levin Mitbegründer von Chainalysis erläuterte. Dass Transaktionen von 2011 den Behörden entscheidende Hinweise gaben. Die Zahlungen zur Einrichtung des Server-Hostings wurden mit der nicht mehr existierenden Währung Liberty Reserve getätigt. Zudem identifizierte das IRS Sterlingovs Privatadresse und -telefonnummer über Rückverfolgung finanzieller Transaktionen.



Im Prozess hielt Sterlingov fest, dass er kein Betreiber von Bitcoin Fog sei. Ihm zufolge sei er lediglich ein privater Nutzer aus datenschutzrechtlichen Zahlen. Seine Verteidiger prangerten fehlende Beweise an. Die Reliability von Blockchain-Analyseunternehmen wie Chainalysis wurde hinterfragt. Das Urteil könnte dadurch als Präzedenzfall angesehen werden, in dem private Analyseunternehmen als Hauptbeweismittel dienen.






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