Zerschlagung der Messaging-App Ghost

Ghost: Behörden zerschlagen Messaging-App

Die internationale Strafverfolgung hat die Verschlüsselungsplattform Ghost zerschlagen. Diese Plattform erlaubte den Drogenhandel und die Geldwäsche in großem Umfang. Dabei wurden 51 Verdächtige in mehreren Ländern verhaftet. Weitere Festnahmen könnten folgen.



Ghost und seine kriminellen Aktivitäten


Europol erklärte in einer Pressemitteilung, Ghost ermöglichte vielfältige kriminelle Handlungen. Dazu zählten Drogenhandel – Geldwäsche und extreme Gewalt. Besonders beliebt war die Plattform wegen ihrer fortschrittlichen Sicherheitsfunktionen. Diese Zerschlagung stellt einen bedeutenden Rückschlag für Netzwerke des organisierten Verbrechens dar.



Die Nutzer von Ghost konnten die App kaufen ohne persönliche Daten offenzulegen. Die App bot drei verschiedene Verschlüsselungsstandards. Zudem war es möglich – eine Nachricht mit einem Selbstzerstörungscode zu versenden. Dadurch verschwanden sämtliche Nachrichten nach dem Zustellen.



Sicherheitsmerkmale und weltweite Nutzung


Ghost garantierte nicht nur sichere Kommunikation — es bot ebenfalls Möglichkeiten der Entdeckung zu entkommen. Weltweit nutzten mehrere Tausend Menschen diese Plattform. Der Server wurde in Frankreich und Island lokalisiert. Die Gründer der Plattform lebten in Australien. Finanzielle Vermögenswerte wurden in den USA gefunden. Daraufhin starteten die Strafverfolgungsbehörden ihre Operation gegen Ghost.



Umfangreiche Ermittlungen und Festnahmen


Laut den Ermittlungen nahmen die Behörden 51 Verdächtige fest. Insgesamt wurden 38 in Australien, 11 in Irland, einer in Kanada und einer in Italien verhaftet. Letzterer war Teil der italienischen Mafiagruppe Sacra Corona Unita. Europol berichtet zudem von abgewendeten Morddrohungen und einem Drogenlabor in Australien. Bei dieser Gelegenheit wurden Waffen – Drogen und Bargeld im Wert von über einer Million Euro beschlagnahmt. Die Behörden rechnen mit zusätzliche Festnahmen.



Catherine De Bolle die Exekutivdirektorin von Europol, äußerte, dass die Operation verdeutliche, dass sich kriminelle Netzwerke nicht der Strafverfolgung entziehen können. In dieser gemeinsamen Aktion wirkten neun Länder zusammen mit Europol. Die Aktion zielt darauf ab – der organisierten Kriminalität entgegenzuwirken.



Operation Kraken: Infiltration der Messaging-Plattform


2022 schloss sich Australien der globalen Task Force unter der Leitung von Europol an. Informationen über Ghost führten zur Entstehung der Operation Kraken. Die australische Bundespolizei startete Razzien in Australien. Sie führte zahlreiche Festnahmen durch.



In einer Benachrichtigung teilte die AFP mit, dass sich die Ermittlungen ausgezahlt hätten. Etwa 700 Beamte vollstreckten Durchsuchungsbefehle. Dabei fand die Aktion in mehreren Bundesstaaten und Territorien statt. Polizeirazzien geschahen nahezu zur selben Zeit in Irland, Italien, Schweden und Kanada.



Operation Kraken führte zu signifikanten Ergebnissen: 38 Festnahmen, 71 Durchsuchungsbefehle und die Verhinderung von ergänzend als 200 Kilogramm illegaler Drogen. Damit wurden Bedrohungen gegen das Leben abgewendet und illegale Waffen sichergestellt.



Anklage gegen den Ghost-Entwickler


Gegen den mutmaßlichen Entwickler von Ghost wurde Anklage erhoben. Die stellvertretende Kommissarin der AFP, Kirsty Schofield, berichtete: Die taktischen Teams den Entwickler rasch festnahmen. Jay Je Yoon Jung, ein 32-jähriger Australier, wurde in Sydney verhaftet. Er wird beschuldigt – eine Plattform für kriminelle Aktivitäten betrieben zu haben.



Jung erhielt fünf Anklagepunkte, darunter Unterstützung einer kriminellen Vereinigung. Die AFP erklärte – Jung verkaufte modifizierte Smartphones zusammen mit Abonnements für Ghost. Der stellvertretende Leiter der australischen Bundespolizei beschrieb ihn als einen "Computerfreak".



Damit endete eine bedeutende Strafverfolgungsoperation die zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität beiträgt. Ghost wurde vor etwa neun Jahren gegründet. Erst 2022 ergab sich die Möglichkeit – die Plattform ins Visier zu nehmen.






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