
Piraterie bleibt eine Herausforderung
Piraterie, daher das illegale Download und Verbreiten von urheberrechtlich geschützten Inhalten wie Filmen, Musik oder Büchern - ist ein jahrzehntelang bestehendes Problem für die Unterhaltungsindustrie. Trotz der Verhängung zahlreicher Abmahnungen und Strafen scheint die Piraterie nicht zu verschwinden. Ein Ursache für viele Raubkopien ist oft der finanzielle Aspekt: Die Preise für legale Inhalte werden als zu steigert wahrgenommen. Kann aber eine Preissenkung Piraterie faktisch eindämmen?
Neue Studie untersucht die Effekt von Preissenkungen
Eine neue Studie von Wissenschaftlern der Georgia Tech, Chapman University und Carnegie Mellon University hat dieses Thema genauer beleuchtet. Sie untersuchten – ob eine Preissenkung für legale Inhalte die Piraterie beeinflussen kann. Den Forschern bot sich eine nicht häufige Gelegenheit wie die EU-Mitgliedstaaten 2019 den ermäßigten Mehrwertsteuersatz für E-Books einführten. In einigen Ländern, darunter Irland, sanken dadurch die Preise für E-Books um 14 Prozentsatz.
Analyse der Besucherzahlen auf Buchpiraterieseiten
Die Forscher analysierten die Besucherzahlen auf Buchpiraterieseiten in Irland vor und nach dem Preisverfall. Sie verglichen diese Zahlen mit denen aus anderen EU-Ländern, in denen die Preise unverändert blieben. Hierbei wurde zwischen direktem und indirektem Traffic auf diesen Seiten differenziert. Interessant ist, dass die Zahl der direkten Besuche - die „Hardcore-Piraten“ - unverändert blieb. Die gelegentlichen Internetnutzer die indirekten Traffic erzeugen, reduzierten sich jedoch um mindestens 27 Prozent.
Hardcore- vs․ Gelegenheitspiraten: Wer lässt sich von Preisen locken?
Laut den Ergebnissen der Studie hat die Preisänderung einen offensichtlichen Einfluss darauf wie verschiedene Arten von Nutzern auf legale Inhalte zugreifen. „Hardcore-Piraten“ - die Raubkopien als festen Bestandteil ihres Konsumverhaltens betrachten - befolgen offenbar nicht die Preisentwicklungen. Andererseits sind die „Gelegenheitspiraten“ - die nach kostenlosen Alternativen suchen - eher bereit legal zu zahlen, wenn die Inhalte preiswert sind.
Lösungen für betroffene Unternehmen und Kreative
Für Unternehmen und Kreative die unter Piraterie leiden, könnten diese Studienergebnisse wegweisend sein. Statt immense Ressourcen in die Verfolgung und Abschreckung von „Hardcore-Piraten“ zu investieren - könnte der Schwerpunkt ebenfalls darauf liegen die „Gelegenheitspiraten“ in zahlende Kunden zu verwandeln.
Maßnahmen zur Reduzierung der Gelegenheitspiraterie
Um Piraterie zu bekämpfen bzw․ das Verhalten der „Gelegenheitspiraten“ zu anpassen, könnten folgende Maßnahmen sinnvoll sein:
- Dauerhafte Preissenkungen und attraktive Rabattaktionen
- Günstige Streaming- und Abo-Angebote
- Einfach zu nutzende und zielgruppengerechte Zahlungsmöglichkeiten
Die Herausforderung bleibt vorhanden sein
Am Abschluss, selbst mit diesen Strategien, wird es immer „Hardcore-Piraten“ überreichen. Diese scheuen keine Kosten. Kreative und Rechteinhaber stehen folglich weiter vor der Herausforderung, eine Balance zu finden - zwischen fairen Preisen und auskömmlichen Einnahmen. Nur attraktive legale Alternativen können genügend Nutzer dazu bewegen - ihre Gewohnheiten zu ändern um den Abstieg von Pirateriezahlen zu gewährleisten.
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