
Gericht unterstützt Sperrung von 90 Piraten-Webseiten
Das Eleven Sports Network (ESN) von DAZN und die 12th Player BV, ein Joint Venture mit dem spanischen Mediapro Internacional, haben die Erlaubnis vom Brüsseler Gericht erhalten, rund 90 illegale Sport-Streaming-Seiten zu sperren. Diese Maßnahme ist vermutlich die bisher bedeutendste ihrer Art in Belgien. Die Zahl solcher Aktionen steigt in Europa und weltweit.
Websperren in Belgien
Belgien begann nun aktiv gegen Online-Piraterie vorzugehen, anschließend es in der Vergangenheit eher ruhig darum war. TorrentFreak berichtet von einer gut funktionierenden Zusammenarbeit zwischen lokalen Internetanbietern und Rechteinhabern. Man nimmt an, dass ebenfalls in Belgien die Verwendung von VPNs oder Proxys gegen Websperren effektiv sein könnte – die Dauer der Wirksamkeit der Sperren bleibt deshalb ungewiss.
Klage im Brüsseler Wirtschaftsgericht
Im März reichten DAZN und andere Rechteinhaber eine Klage beim niederländischsprachigen Wirtschaftsgericht in Brüssel ein. ESN und 12th Player BV möchten durch diese Klage lokale Internetdienstanbieter zur Sperrung von rund 90 Piratenseiten zwingen. Die Plattformen streamen Live-Fußballspiele und verletzen damit die Rechte der Kläger. Diese Seiten werden von Benutzern in Belgien besucht die sich über lokale ISPs illegal Inhalte ansehen.
Zusammenarbeit der Internetdienstanbieter
Die Beklagten in diesem Fall sind die wichtigsten Internetdienstanbieter in Belgien – darunter Telenet, Proximus und Voo. Diese ISPs unterstützen die Sperrung – da sie selbst davon profitieren. Ein kontroverses Gerichtsverfahren war nicht erforderlich da Kläger und Beklagte das gleiche Ziel teilen. Das Urteil fiel daher zügig.
Umleitung auf Anti-Piraterie-Seite
Die Kläger argumentierten, dass die gesperrten Domains Zugang zu Webseiten bieten die Eleven Sports Network-Inhalte streamen. Sie forderten die ISPs auf wie Vermittler DNS-Maßnahmen zu ergreifen um den Zugang zu diesen „Piraten“-Domains zu verhindern – die Besucher sollten statt dessen auf eine Anti-Piraterie-Webseite von DAZN geleitet werden. Alle Parteien stimmten zu – ihre eigenen Kosten zu tragen.
Das Urteil des Gerichtshofs
Da dem Gericht keine Gründe für die Unzulässigkeit der Klagen vorlagen, wurden diese für zulässig erklärt. Die ISPs haben die Ansprüche der Klägerinnen nicht angefochten, allerdings die Entscheidung dem Gericht überlassen. Das Gericht stellte fest: Die ISPs als Vermittler den Zugang ihrer Abonnenten zu den Piraten-Streaming-Seiten verhindern können und wies sie identisch an.
Umwandlung von Piraten in zahlende Kunden?
Der Antrag von Eleven Sports auf Umleitung der Abonnenten auf eine von DAZN bereitgestellte Sperrseite wurde abgelehnt. Dennoch können die ISPs selbst entscheiden – ebenso wie sie über die gesperrten Seiten informieren. Da Kläger und Beklagte kooperieren ist es denkbar. Dass ISPs die Besucher trotzdem auf die Anti-Piraterie-Seite von DAZN umleiten. Diese Seite könnte weit weiterhin Funktionen bieten als nur die Sperrung zu kommunizieren; sie könnte dazu dienen die Besucher zu verfolgen und langfristig zu zahlenden Kunden zu machen.
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