Historisches Urteil im ersten dänischen Streaming-Betrugsfall

53-Jähriger wegen Streaming-Betrug zu 1,5 Jahren Haft verurteilt

Ein Präzedenzfall wird geschrieben


In Dänemark ereignete sich ein historischer Moment im Rechtswesen. Am 21. März wurde ein 53-jähriger Mann aus Ostjütland in einem bahnbrechenden Verfahren zu 1⸴5 Jahren Haft wegen Streaming-Betrugs verurteilt. Es war das erste Mal – dass ein solcher Fall vor einem dänischen Gericht verhandelt wurde. Dem Verurteilten wird vorgeworfen, sich durch Manipulation von Musik-Streaming-Diensten widerrechtlich 268․168 Euro angeeignet zu haben.



Die Betrugsmasche im Detail


Zwischen 2013 und 2016 schaffte es der Betrüger, durch synthetisches Wiedergeben von 689 unter eigenem Namen veröffentlichten Titeln, unverdiente Tantiemen in Millionenhöhe zu erhalten. Noch bemerkenswerter – er rangierte damit zeitweise als der 46. bestverdienende Musiker Dänemarks – und das, ohne dass seine Musik je beworben oder in den Medien gespielt wurde.



Folgen des Betrugs


Das Gericht in Aarhus griff hart durch: Neben der Haftstrafe wurde das Vermögen des Verurteilten und seines Unternehmens in beträchtlicher Höhe beschlagnahmt. Zudem muss der Verurteilte eine Geldstrafe und die Gerichtskosten tragen. Aufgrund der langen Prozessdauer übernimmt der Staat die Hälfte der Entschädigung für die Bearbeitungszeit.



Internationale Aufmerksamkeit und Zukunftsängste


Dieses Urteil erregt weit über die Grenzen Dänemarks hinaus Aufsehen. Es betont das expandierende Problem von Streaming-Manipulationen, das zunehmend als ernsthafte Bedrohung für die Musikindustrie wahrgenommen wird. Mit Blick auf die Zukunft weisen Experten darauf hin, dass insbesondere die Entwicklung künstlicher Intelligenz neue Herausforderungen mit sich bringen wird.



Reaktionen aus der Industrie


Vertreter der Musikindustrie, darunter Maria Fredenslund von RettighedsAlliancen und Jakob Hüttel von Koda, begrüßen das Urteil nachdrücklich. Sie betonen die Bedeutung dieses Falles als klaren Wendepunkt im Kampf gegen Betrug im Streaming-Bereich und als Warnung an all jene die ähnliche Manipulationen berücksichtigen würden.



Ausblick


Während das Urteil noch nicht rechtskräftig ist und der Verurteilte Berufung eingelegt hat, steht außer Frage, dass dieser Fall einen Präzedenzfall darstellt. Er unterstreicht die Ernsthaftigkeit, mit der Streaming-Betrug künftig behandelt wird und gibt Hoffnung auf eine gerechtere Verteilung der Tantiemen in der Musikindustrie.






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