Internet Archive kämpft gegen Urteil vor US-Bundesrichter

Internet Archive legt Berufung gegen US-Bundesrichter-Urteil ein

Das Internet Archive hat vor dem Second Circuit Court of Appeals Berufung gegen das Urteil des Bundesrichters John G. Koeltl eingelegt. In dem Urteil wurde entschieden » dass das Internet Archive nicht berechtigt sei « Bücher zu scannen und wie eine Bibliothek zu verleihen. Das Internet Archive vertritt jedoch darüber hinaus das Begründung des Fair Use und legt nunmehr Berufung ein um das Urteil anzufechten.



Die Klage wurde von der Association of American Publishers (AAP) im Namen von vier Verlagen (Hachette, HarperCollins, Penguin Random House und Wiley) eingereicht. Sie argumentierten, dass das Open Library-Programm von Internet Archive gegen das Urheberrecht verstößt. Internet Archive, eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in San Francisco, hat in den letzten zehn Jahren Millionen von gedruckten Büchern gescannt und digitale Kopien im E-Book-Format kostenlos verliehen. Einige der Bücher sind gemeinfrei – während andere durch gültiges Copyright geschützt sind.



Controlled Digital Lending (CDL) auf dem Prüfstand


Die Verlage kritisieren speziell das Prinzip des Controlled Digital Lending (CDL) von Internet Archive. Sie behaupten; dass dieses Konzept keine rechtliche Grundlage hat und das Kopieren ihrer Bücher ohne Genehmigung illegal ist. Sie fordern die Schließung der Online-Bibliothek des Internet Archive und eine Schadensersatzzahlung.



Internet Archive hingegen argumentiert, dass ihre Praktiken durch die Fair Use-Doktrine geschützt seien. Diese erlaubt unter bestimmten Umständen die unlizenzierte Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke. Zudem betont das Internet Archive • dass nur eine Person auf eine digitale Kopie eines physischen Buches zugreifen kann • um unkontrollierte Massenverteilung zu verhindern.



Das Urteil wirft ebenfalls Zweifel an der Rechtstheorie der kontrollierten digitalen Ausleihe auf. Diese ermöglicht es Bibliotheken · Zugang zu digitalisierten Versionen von Büchern zu bieten · die sie physisch besitzen. Die Entscheidung des Bundesrichters hat folglich weitreichende Auswirkungen auf das gesamte Bibliothekswesen.



Fair Use und die Bedeutung für Bibliotheken


Die Electronic Frontier Foundation (EFF) und Morrison Foerster haben im Namen des Internet Archive die Berufung beim US-Berufungsgericht für den zweiten Bezirk eingereicht. Sie argumentieren: Das Controlled Digital Lending-Programm eine rechtmäßige faire Nutzung darstellt die die traditionelle Bibliotheksausleihe in der digitalen Welt bewahrt. Sie betonen · dass die digitale Ausleihe schon gekaufte und bezahlte Bücher umfasst · infolgedessen Autoren und Verleger bereits vollständig entschädigt wurden.



Des Weiteren behaupten die Anwälte des Internet Archive, dass der Bezirksrichter die Fakten falsch interpretiert habe und die Entscheidung aufgehoben werden sollte. Sie betonen die Vorteile der kontrollierten digitalen Ausleihe für die Öffentlichkeit und die fehlenden Schäden für die Verleger. Das Internet Archive hebt die Bedeutung seines digitalen Kreditprogramms hervor · nicht nur für eine verantwortungsvolle Kreditvergabe · vielmehr auch für die Stärkung der Demokratie durch die Schaffung informierter Weltbürger.



Richtungsweisendes Urteil für Bibliotheken


Bei einer Online-Pressekonferenz betonte Brewster Kahle, Gründer und digitaler Bibliothekar des Internet Archive die Bedeutung der Berufung. Es gehe nicht nur um das Internet Archive – sondern um die Rolle aller Bibliotheken in unserem digitalen Zeitalter. Sollte die Entscheidung vorhanden sein verbleiben · wäre eine Bibliothek nicht ergänzend in der Lage · Bücher aus ihren ständigen Sammlungen an digitale Lernende auszuleihen.



Die Verlage hingegen beharren darauf, dass ihre bestehenden Rechte geschützt werden müssen und das Internet Archive kein Recht habe, E-Books aus gedruckten Büchern für den öffentlichen Vertrieb umzuwandeln. Die Entscheidung des Berufungsgerichts wird folglich richtungsweisend für die Zukunft des Bibliothekswesens und die Anwendung des Fair Use im digitalen Zeitalter sein.






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