Ransomware-Angriff legt zwölf Gemeinden in Schwaben lahm

Cyberangriff: Zwölf Gemeinden in Schwaben betroffen, Erpresser fordern Geld

In einem aktuellen Ransomware-Angriff sind derzeit zwölf Gemeinden in Schwaben teilweise lahmgelegt. Opfer ist der Zweckverband gemeindliche Datenverarbeitung im Landkreis Neu-Ulm, der von einer Erpressergruppe attackiert wurde. Die Angreifer fordern Lösegeld, wie der Vorsitzende des Verbands bestätigt. Die Ermittlungs- und Aufräumarbeiten sind bereits im Gange. Um festzustellen, ob bestimmte Dienstleistungen noch zur Verfügung stehen, sollten Bürger im Voraus telefonisch nachfragen.



Die betroffenen Gemeinden Altenstadt, Bellenberg, Buch, Holzheim, Kellmünz, Nersingen, Oberroth, Osterberg, Pfaffenhofen, Roggenburg, Unterroth und Horgau sind alle von dem Angriff betroffen. Die Webseiten dieser Gemeinden weisen deutlich darauf hin, dass der Zweckverband gemeindliche Datenverarbeitung bis auf Weiteres ausgefallen ist. Seit Mittwoch sind verschiedene Dienste und Daten im Rechenzentrum des Verbands aufgrund eines Sicherheitsvorfalls nicht mehr zugänglich.



Wie bereits bei früheren Angriffen auf südwestfälische Kommunen sind auch hier die Bürger die Hauptleidtragenden. Einige Dienstleistungen der Rathäuser fallen aus, weshalb Gemeinden und Einwohner vorübergehende Lösungen finden müssen. Die betroffenen Verwaltungen bitten daher ihre Kunden, vor einem möglicherweise vergeblichen Besuch im Rathaus telefonisch Rücksprache zu halten. Glücklicherweise scheint die Infrastruktur für Telefon und E-Mail trotz des Angriffs noch intakt zu sein.



Die Erpresser haben ein Schreiben mit Kontaktdaten hinterlassen. Laut dem Verbandsvorsitzenden, der gleichzeitig Bürgermeister einer der betroffenen Gemeinden ist, sollten die Erpresser kontaktiert werden. Derzeit ist noch unklar, wie die Angreifer in die IT-Systeme des kommunalen Dienstleisters eingedrungen sind. Um den Eintrittspunkt der Angreifer zu finden, hat der Zweckverband einen externen Forensiker hinzugezogen. Das forensische Fachbüro wird auch versuchen, beschädigte Daten wiederherzustellen. Ob Daten abgeflossen sind, kann derzeit noch nicht mit Sicherheit gesagt werden. Auch die Dauer der Reparaturarbeiten ist noch unklar, aber laut einer Einschätzung des Bayrischen Rundfunks könnten es mehrere Wochen dauern.






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