
Die Motion Picture Association (MPA) und die Alliance for Creativity and Entertainment (ACE) haben neue rechtliche Schritte gegen den App-Anbieter VivaTV und ebenfalls die Streaming-Hoster StreamTape und VidSrc unternommen. Durch DMCA-Vorladungsanträge bei einem kalifornischen Gericht in den USA wollen sie verschiedene IPTV-, Web-Streaming- und Hosting-Plattformen ins Visier nehmen die monatlich zwischen 80 und 100 Millionen Besucher verzeichnen. Zu diesen Plattformen gehören die beliebte Piraten-App VivaTV sowie die Video-Hosting-Dienste StreamTape und VidSrc.
VivaTV - nicht zu verwechseln mit Viva Deutschland
Erste Vorladung zielt auf die Betreiber von VivaTV ab
Die erste Vorladung zielt darauf ab die Identität der Betreiber der Android-App VivaTV aufzudecken. Die ACE identifiziert vivatv.io/download als Download-URL für Version 1․6․2 der App. Allerdings wird auf der Seite derzeit Version 1․5․5 als Standard angeboten. Dennoch zeigt ein kurzer Rundgang – dass mehrere Versionen von VivaTV sowie andere Apps zum Download verfügbar sind. Bisherige Tests haben ergeben; dass die verschiedenen Versionen von VivaTV keine Schadsoftware enthalten. Es bleibt jedoch möglich – dass sich dies in Zukunft ändert.
VivaTV nutzt StreamTape und VidSrc.me als Quelle
Nutzer von VivaTV wissen, dass die in der App aufgelisteten Videos auf Hosting-Plattformen von Drittanbietern gespeichert sind. In der Klageschrift wird VivaTV als Verletzer der Rechte von Disney am Film "Frozen" genannt. Der Mitschnitt stammt von den Servern von StreamTape.com, einer Plattform mit über einer Viertelmilliarde Besuchern pro Jahr. Ähnlich verhält es sich mit dem Film "Minions: Rise of Gru" der innerhalb von VivaTV abgespielt wird und die Hosting-Plattform VidSrc.me als Quelle nutzt.
StreamTape - ein Hauptziel für die US-amerikanische Filmindustrie
Aufgrund des beträchtlichen Datenverkehrs ist StreamTape zu einem Hauptziel für die US-amerikanische Filmindustrie geworden. Dies wird durch Verweise auf Beobachtungslisten der EU und der Vereinigten Staaten bestätigt. Die Betreiber haben zahlreiche Domains angemeldet über die sie Filme an die Kunden übertragen. Eine Sperrung einzelner Domains würde deshalb wenig Sinn ergeben.
Potenzielle Gefahren für die Betreiber
Sofern die Betreiber von VivaTV falsche Angaben zur Identität gemacht haben, werden die Vorladungen ins Leere laufen. Die ACE/MPA-Anwälte haben jedoch in der Vergangenheit bereits mehrere Online-Piraten erfolgreich überführt. Sollten die Daten der Betreiber beim Domain-Registrar oder bei Cloudflare korrekt sein, werden die Anwälte ihr übliches Vorgehen anwenden. Die Betreiber müssen ihre Domain abgeben und sich vertraglich zur Zahlung eines erheblichen Schadenersatzes verpflichten.
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